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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Ennio Morricone

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  23.04.2008  19:30 Uhr    Cinema Paradiso
 Mittwoch  30.04.2008  18:45 Uhr    Spiel mir das Lied vom Tod
 Mittwoch  07.05.2008  20:00 Uhr    Tage des Himmels
 Mittwoch  21.05.2008  19:45 Uhr  Franz. OV  Ein Käfig voller Narren

Klassiker der Filmmusik

Ennio Morricone ist einer der bekanntesten Filmmusiker unserer Zeit. Er schrieb die Musik für zahlreiche Klassiker des Weltkinos. Trotz der Tatsache, dass er seit mittlerweile fast 50 Jahren die Kinogeschichte prägt und im Laufe der Jahre fünf mal für den Oscar nominiert war, hat er diese Auszeichnung nie erhalten. Um Morricones Wirken zu würdigen hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences sich im letzten Jahr entschieden, ihm den Ehrenoscar für sein Lebenswerk zu verleihen. Anlass für den aka, Ennio Morricone in diesem Semester eine Reihe zu widmen.

Da Morricone an über 500 Filmen mitgewirkt hat, kann eine Reihe mit vier Filmen seinem Schaffen kaum gerecht werden. Dennoch haben wir uns für vier seiner großen Werke entschieden, von denen wir denken, dass sie es wert sind, noch einmal auf der Kinoleinwand gezeigt zu werden.

Ennio Morricone wurde am 10. November 1928 als Sohn eines Profimusikers – eines Trompetenspielers – in Rom geboren. Bereits im Alter von sechs Jahren versuchte er sich an ersten Kompositionen. Nach dem Schulbesuch nahm er ab 1942 ein Musikstudium am Konservatorim auf, das er 1946 respektive 1954 mit dem Diplom für Trompete bzw. Komposition abschloss.

Bereits in jungen Jahren trat er in die Fußstapfen seines Vaters und spielte in römischen Nachtclubs als Trompeter in Jazzbands. Bald darauf, noch während seines Studiums, fing er zusätzlich an, als Instrumentalist und Arrangeur im Revuetheater zu arbeiten.

1955 begann er, Werke bereits anerkannter Komponisten für den Film zu bearbeiten. Seinen ersten eigenen Soundtrack für einen Kinofilm schrieb er 1961 für die italienische Produktion Il federale (Zwei in einem Stiefel) von Luciano Salce. Es folgten weitere Kompositionen für verschiedene Filme, bevor es 1964 erstmals zur Zusammenarbeit mit Sergio Leone kam, mit dem Morricone zusammen die Schulbank gedrückt hatte. Für die Musik zu dem Italo-Western Per un pugno di dollari (Für eine Handvoll Dollar), wurde er mit dem italienischen Filmpreis "Nastro d'Argento" (Silbernes Filmband des "Sindacato Nazionale Giornalisti Cinematografici Italiani") ausgezeichnet und machte sich erstmals einen Namen in der Filmwelt.

In den Folgejahren komponierte Morricone unzählige Filmmusiken vorwiegend für das italienische Kino. Der 1968 mit internationaler Starbesetzung realisierte Italo-Western C'era una volta il West (Spiel mir das Lied vom Tod) von Sergio Leone war insbesondere in Deuschland ein unvergleichlicher Publikumserfolg und sorgte dafür, dass zumindest bei uns der Name Morricone auch außerhalb der Filmszene bekannt wurde. Dieser Film fiel in eine der produktivsten Phasen Morricones: 1968 erschienen insgesamt 20 Filme, für die der Maestro die Musik komponiert hatte.

Seinen großen internationalen Durchbruch erreichte Morricone allerdings erst 1984 mit dem Soundtrack zu Sergio Leones drittem Teil der Amerika-Trilogie Once Upon a Time in America (Es war einmal in Amerika). Dieser Film brachte Morricone zum vierten Mal den "Nastro d'Argento" ein, sowie den britischen "BAFTA Award". Daraufhin arbeitete er auch mit bekannten internationalen Regisseuren wie z.B. Roman Polanski (Frantic, 1988), Brian de Palma (The Untouchables, 1987; Mission to Mars, 2000), Wolfgang Petersen (In the Line of Fire, 1993) oder Warren Beatty (Bulworth, 1998) zusammen.

Im Gedächtnis der Öffentlichkeit wird der Name Morricone aber für immer untrennbar mit dem Italo-Western verbunden sein. Er vertonte insgesamt ca. 30 Filme dieses Genres, was bei einem Gesamtwerk von über 500 Filmen nicht viel erscheinen mag. Dennoch haben ihm gerade diese Soundtracks zum weltweiten Durchbruch verholfen.

Was nur wenige der Kinozuschauer wissen ist, dass Morricone auch im Bereich der Konzertmusik äußerst produktiv war und ist. Er selber bedauert diese Unkenntnis zuweilen, denn:

„Die Musik, die für Konzerte entsteht, geht aus einem persönlichen Bedürfnis hervor. Es ist eine Lust, sich auszudrücken, ausdrücken zu müssen. Wohingegen die Musik für den Film aus dem Dienst heraus entsteht, den man für ein anderes Werk, den Film, erbringt. Filmmusik ist ja durch die Story bedingt, den Regisseur, den Geschmack des Publikums und auch durch Moderichtungen.“ (Aus einem Interview zum 70. Geburtstag von Ennio Morricone.)

Er versucht daher immer wieder auch in die Filmmusiken Dinge einfließen zu lassen, mit denen er sich als Konzertmusiker gerade beschäftigt. Gerade in jüngerer Zeit „gibt es zunehmend eine leichte Konvergenz zwischen der Filmmusik und der Konzertmusik“ (ebd.).

Ennio Morricone hat im Laufe seiner Karriere als Filmmusiker zahlreiche Preise gewonnen. Er erhielt unter anderem fünf „BAFTA Awards“ (Auszeichnung der italienischen „Accademia del Cinema Italiano), sechs „David di Donatello Preise“, zwei Golden Globes (bei insgesamt acht Nominierungen) und einen Grammy (4 Nominierungen). Er war auch mehrfach für den Oscar nominiert, hat die Auszeichnung aber nie für einen seiner Soundtracks erhalten. Deswegen verlieh man ihm im Jahr 2007 bei der Verleihung der Academy Awards den Oscar für sein Lebenswerk „for his magnificent and multifaceted contributions to the art of film music”.

Text: Angelique Presse

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