aka-Filmclub.de

Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Filmpropaganda im NS-Regime

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  08.05.2008  19:00 Uhr    Das Wunschkonzert
 Dienstag  20.05.2008  19:00 Uhr    Die goldene Stadt
 Freitag  06.06.2008  19:00 Uhr    Kolberg
 Freitag  09.01.2009  19:00 Uhr    Triumph des Willens
Dem Film als populärem Massenmedium kam im NS-Regime als Propagandainstrument eine eminent wichtige Funktion zu. Diese auszuloten, hat sich der aka-Filmclub mit einer Film- und Vortragsreihe – in Kooperation mit dem Studium Generale, der Landeszentrale für politische Bildung und dem Goethe-Institut Freiburg – zum Ziel gesetzt. Neben der Analyse expliziter Propagandafilme, mit denen die Filmpolitik des Regimes meist verkürzt identifiziert wird, soll der Filmpropaganda im Unterhaltungskino ebenso nachgespürt werden wie der Nutzung von Elementen des Unterhaltungsfilms zu propagandistischen Zwecken. Auf diese Weise können Mechanismen politischer Indoktrination und Mobilisierung differenziert herausgearbeitet werden. Die Reihe greift mit diesem Ansatz die in der Forschung gängige begriffliche Unterscheidung zwischen NS-Filmpropaganda und nationalsozialistischen Propagandafilmen auf. So war die Filmproduktion der NS-Zeit darauf ausgerichtet, ihre propagandistische Wirkung durch die geschickte Verbindung von Zerstreuung und Vermittlung politischer Inhalte zu entfalten. Dementsprechend lassen sich NS-Ideologeme auch in vordergründig unpolitischen Werken aufspüren.

Letztlich reflektiert die filmische Propagierung der politisch jeweils aktuellen Themen die Geschichte der NS-Bewegung in ihrer Gesamtheit. Im Rahmen einer vier Filme umfassenden Reihe kann dies nur exemplarisch geschehen.

Leni Riefenstahls Parteitagsfilm Triumph des Willens (1935) ist ein Beispiel eines expliziten Propagandafilms, in dem das Regime zwei Jahre nach der „Machtergreifung“ seine gesellschaftlichen Ordnungsvorstellung einer unter dem „Führerprinzip“ gleichgeschalteten „Volksgemeinschaft“ artikuliert, die implizit schon dazu diente, die Bevölkerung auf einen Krieg vorzubereiten. Referent ist Prof. Dr. Martin Loiperdinger, Universität Trier, der das wissenschaftliche Standardwerk zu Triumph des Willens verfasst hat.

Der Film Das Wunschkonzert (1940) steht schon unter dem Eindruck des Krieges, auf den das Regime seit der Machtübernahme beharrlich zusteuerte. Der Film operiert in mehreren Episoden mit Elementen des zeitgenössischen Unterhaltungskinos und Musikeinlagen populärer Stars. Mit mehr als 26 Mio. Zuschauern war er überdies eine der erfolgreichsten Filmproduktionen der NS-Zeit. Eine Einführung wird Dr. Franz Leithold, Leiter des New Media Centers der UB und erster Vorstand des Kommunalen Kinos Freiburg, geben.

Veit Harlans Die goldene Stadt (1941) thematisiert mit dem NS-Mythos von „Blut und Boden“ und seinen expliziten anti-slawischen Feindbildern eines der zentralen Ziele des nationalsozialistischen „Weltanschauungs-“ und „Vernichtungskriegs“ – die Gewinnung von „Lebensraum im Osten“. Aus formaler Perspektive erscheint eine Analyse dieses NS-Propagandafilms besonders lohnend, weil er es auf äußerst raffinierte Weise versteht, seine propagandistische Botschaft in das Gewand eines Melodrams zu kleiden. Referent ist Dr. Heinrich Schwendemann, Akademischer Rat am Historischen Seminar der Uni Freiburg und mit zahlreichen Publikationen zur Geschichte des NS-Regimes hervorgetreten.

Suggerierte Das Wunschkonzert zu Beginn des Krieges implizit den scheinbar unaufhaltsamen Vormarsch der deutschen Truppen bei geringen Verlusten und einer guten Versorgungslage, so zielte der in den letzten Kriegsmonaten mit großem Aufwand fertiggestellte Film Kolberg (1944/45) darauf, die Bevölkerung angesichts der an allen Fronten vorrückenden alliierten Truppen zum Durchhalten um jeden Preis zu mobilisieren. Dieser „Durchhaltefilm“ erscheint zudem im Hinblick auf die Instrumentalisierung von Geschichts-Bildern zur propagandistischen Legitimation eigener Ziele von Interesse. Vor dem Film wird Jim Heller eine Einführung halten.

Alle Filme werden von einer Einführung und einer anschließenden Diskussion begleitet.

Text: Jennifer Borrmann, Alexander Sigelen

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