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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Über Grenzen

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  30.06.2009  20:00 Uhr  Hebr. OmU   Waltz with Bashir
 Dienstag  07.07.2009  20:00 Uhr  DF   So finster die Nacht
 Dienstag  14.07.2009  20:00 Uhr  Gr. OmU   Der schwebende Schritt des Storches
 Freitag  17.07.2009  20:00 Uhr    Vortrag: Über die Grenzen menschlichen Daseins im Film
 Dienstag  21.07.2009  20:00 Uhr  stumm  Frau im Mond
 Donnerstag  23.07.2009  20:00 Uhr  En. OmU  The Dish

Annäherung an fremde Welten

Grenzen sind seit einiger Zeit einem starken Wandel unterlegen. Auf territoriale Grenzen kann in Europa inzwischen weitgehend verzichtet werden, das Leben ist global geworden – und auch sonst sind althergebrachte Grenzen menschlichen Lebens weithin in Auflösung begriffen. Nicht nur durch die umwälzenden Möglichkeiten der Forschung in Biotechnologie und Medizin, welche als vielleicht letzte Grenze nur noch den Tod vor sich haben, sondern auch im Privaten: es ist in Mode gekommen, „an die Grenzen zu gehen“, und sie nach Möglichkeit auch zu überschreiten. Angetrieben von der Sehnsucht nach dem „Reich, aus dem wir vertrieben sind und nach dem wir immer weitersuchen“ (Albert Camus) – und um in neue Welten zu reisen, zu denen wir bisher noch keine Verbindung hatten.

Auf jene imaginären, inneren Grenzen will diese Filmreihe ihr Hauptaugenmerk legen. So konfrontiert der Regisseur von Waltz with Bashir sich und auch uns mit einem israelischen und palästinensischen Trauma, dem Massaker in Sabra und Schatila, das auch sein eigenes ist: Als junger Mann wurde er unvermittelt auf die Schlachtfelder im Libanon versetzt. Die verdrängten, surrealen Erinnerungen lassen sich für ihn nur im Zuge einer schmerzlichen Reise wieder zu einem etwas vollständigeren Bild seiner selbst zusammenfügen. Im skandinavischen Film So finster die Nacht schließen sich ein 12-jähriger Junge und ein schon sehr altes Mädchen zusammen – sie ist ein Vampir und ermöglicht ihm, seinem bisherigen Leben zu entkommen.

Theo Angelopoulos begann mit seinem filmischen Meisterwerk Der schwebende Schritt des Storches seine „Trilogie der Grenze“. Anhand des griechischen Grenzflusses, an welchem der Film spielt, verdichtet er die Fragen nach den Grenzen zwischen Ländern und Kulturen, wie jene nach den Grenzlinien in jedem Einzelnen. Und lotet dabei neue Möglichkeiten zur Verbindung bisher fremder Welten aus.

Wir freuen uns sehr, begleitend zu Der schwebende Schritt des Storches den Münchner Philosophen Dr. Matthias Gaertner zu einem Vortrag über die Grenzen menschlichen Daseins im Film bei uns begrüßen zu können.

Und schließlich wollen wir anlässlich ihres 40. Jahrestages auch eine besondere Grenzüberschreitung der Menschheit ins Blickfeld nehmen: die eigentlich phantastische Vision und mit der Apollo-Mission dann Realität gewordene Reise zum Mond. Mit Fritz Langs Stummfilmklassiker Frau im Mond, der genau 40 Jahre vor der Mondlandung gedreht wurde, sowie mit der liebenswerten Komödie The Dish habt Ihr die Gelegenheit, einen Blick zurück und wieder nach vorn zu werfen – die nächsten Grenzen warten ja schon...

Text: Hinnerk Feldwisch-Drentrup

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