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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Filme übers Filmemachen

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  11.11.2009  20:00 Uhr    Whisky mit Wodka
 Donnerstag  26.11.2009  20:00 Uhr  DF  Tropic Thunder
 Dienstag  01.12.2009  20:00 Uhr  Ind. OmU  Om Shanti Om
 Dienstag  08.12.2009  20:00 Uhr  En. OmU  Ed Wood
 Dienstag  15.12.2009  20:00 Uhr  It. OmU  Achteinhalb
Einen Film übers Filmemachen zu drehen bedeutet, sich auf ein gewagtes Experiment einzulassen. Schließlich ist es auch leichter, eine Geschichte zu erzählen als zu erzählen, wie eine Geschichte erzählt wird. Doch manche Filmemacher probieren es glücklicherweise trotzdem und lassen statt Detektiven, Komikern, Westernhelden oder Liebespaaren Filmproduzenten, Schauspieler, Drehbuchautoren und Regisseure über die Leinwand laufen. Man kann sich dabei fragen, was solche Filme dann übers Filmemachen aussagen können und wie groß die Gefahren sind, dass die Filmwelt glorifiziert oder in gegenteiligen Fällen auch durch den Schlamm gezogen wird.
Jedenfalls kann man feststellen, dass das Filmemachen ein Thema ist, dass Regisseure rund um die Welt zu sehr unterschiedlichen selbstreflexiven Werken inspiriert hat. Daher nimmt euch diese Reihe mit auf eine filmische Weltreise und los gehts dabei in Deutschland mit Whisky mit Wodka. In dieser melancholischen Komödie wirft Andreas Dresen einen liebevollen Blick auf die "ganz normale" Arbeit am Filmset und sämtliche Liebeleien und Eitelkeiten, die dabei einfach dazugehören.
Nächste Station ist Hollywood, das von solchen Filmen mittlerweile gelernt hat, kräftig über sich selbst zu lachen. Tropic Thunder von Ben Stiller spielt am Set eines aufwändig produzierten Vietnam-Kriegsfilms und erinnert somit an die legendären Dreharbeiten zu Francis Ford Coppolas Apocalypse Now. Sein Film ist eine schrille Persiflage auf Dreharbeiten und das Filmgeschäft an sich mit kultverdächtigen Karikaturen von Schauspielern, Drehbuchautoren, Regisseuren und vor allem einem von Tom Cruise fulminant dargestellten Produzenten. Die Perspektive von Tim Burtons Ed Wood aufs Filme machen ist eine etwas andere: er nähert sich dem Thema quasi von der anderen Seite und zeigt, wie man Filme nicht machen sollte. Als idealer Stoff dafür eignet sich die Lebensgeschichte des einst zum schlechtesten Regisseur aller Zeiten gewählten Edward D. Wood jr.
Von Hollywood geht es dann sogleich ins indische Bollywood. In Om Shanti Om stirbt ein unbekannter Statist (Sharuk Khan) an einem 70er-Jahre-Filmset beim vergeblichen Versuch, seine Geliebte zu retten. Drei Jahrzehnte später als Superstar wiedergeboren setzt er alles daran, das Verbrechen aufzuklären, wobei er an einen zwielichtigen Großproduzenten gerät. Letzte Station ist das Italien der sechziger Jahre. Eine poetische und in der Filmgeschichte wohl einzigartige Auseinandersetzung mit dem Medium Film hat Federico Fellini mit Achteinhalb geschaffen, in dem sich Fellini in die Gedankenwelt eines Regisseurs versetzt. Auf der verzweifelten Suche nach dem Stoff seines ersten Films nach dem großen Hit flüchtet er sich in Tagträume, in denen er sein Leben Revue passieren lässt. Als einzigartiges Künstlerporträt ist Fellinis Film bis heute unerreicht.
Diese filmische Weltreise soll auf unterhaltsame Weise dazu einladen, über die Hintergründe dessen, was wir auf der Kinoleinwand sehen, nachzudenken. Auch wenn die Frage, wie realistisch diese von Filmemachern produzierten Darstellungen des Filmemachens letztendlich sind, nur sehr schwer zu beantworten ist, kann man hier die Kunst der künstlerischen Selbstdarstellung bewundern, reflektieren und auch kritisch betrachten.

Text: Martin Koch

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