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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Die 'schönsten' Filme

Filme dieser Reihe:
 Freitag  21.05.2010  20:00 Uhr  DF  Barry Lyndon
 Montag  31.05.2010  20:00 Uhr    Visual Overkill
 Freitag  04.06.2010  20:00 Uhr  En. OmU  Collateral
 Donnerstag  15.07.2010  20:00 Uhr  DF  Manhattan
Die „schönsten” Filme
Sind die „schönsten” Filme, also Filme mit einer besonderen, außergewöhnlichen visuellen Brillianz, auch die besten Filme? Sicher nicht. Trotzdem gibt es einige Filme, die optisch alles übrige in den Schatten stellen und trotzdem auch als Gesamtkunstwerk funktionieren
. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts stachen vorallem der Western (z.B. Stagecoach) und der Film Noir (etwa Der Malteser Falke) visuell hervor, ersterer vorallem durch die stilprägende Landschaftsphotographie sowie der Film Noir durch seine einzigeartige Lichtführung. Diese entstand aus einem Mangel heraus: der Film Noir wurde begründet mit Low Budget Produktionen, die sich mit wenig Licht begnügen mussten und so entstanden die heute so vergötterten langen, unaufgehellten Schatten in den Straßen. Seit Anfang der fünfziger Jahre wurden die meisten Blockbuster im Cinemascope Verfahren gedreht, also in einem Seitenverhältnis von 1:2.35. Besonders der Western profitierte hiervon, da nun endlich die Weiten der Naturlandschaften epochal dargestellt werden konnten. Bis auf Barry Lyndon setzten auch alle in dieser Reihe gezeigten Filme auf dieses Format. Lyndon-Regisseur, Stanley Kubrick, war es auch, der eine völlig neue Ästhetik der Kinematographie mit 2001 - A Space Odyssey einführte. Jeder der die Reise durch die Zeit des Protagonisten in Verbindung mit der sphärischen Musik von György Ligeti gesehen hat, kann nachvollziehen, was für einen Schock Kubrick damit im Jahr ‘68 auslöste. Farben, Form und Musik wurden eins und leuteten eine neue Ära des Kinos ein. Parallel dazu entstand jedoch noch eine andere Revolution: Das New Hollywood. Populärster Vertreter ist hier sicher Dennis Hopper mit seinem Regiedebüt Easy Rider, der sich gänzlich vom Studiosystem mit den verbundenen künstlichen Sets abwandte um eine nie dagewesene Authentizität zu erzeugen. Dieser Authentizität ist der zweite Film der Reihe verschrieben: Michael Manns Collateral. Michael Mann wandte sich 2004 ab von der dem Zuschauer lieb gewordenen organischen Qualität des Filmmaterials und drehte stattdessen digital. Dies versuchte natürlich schon 10 Jahre früher der Dogma Film, jedoch verzichtete Mann nicht wie einst von Trier und Vinterberg auf all die Möglichkeiten der Kinematographie wie aufwendige Ausleuchtung, Kräne, Steadycams und anderen Wundern der Filmtechnik. Der erste Film der Reihe ist The Fall von Tarsem Singh. Der indisch stämmige Singh, bekannt vorallem durch Werbeclips, setzt bei seinem Epos The Fall ganz auf die visuelle Magie der Drehorte und Kostüme und trotzt der Hollywood imanenten Gier nach CGI (Computer-Generated Imagery). Es verwundert also nicht, dass The Fall mehr an eine Oper erinnert als an einen Märchenfilm des letzten Jahrzehnts. Ihren Abschluss findet die Reihe mit Woody Allens einmaligem schwarz-weiß-Erlebenis Manhattan. Als Besonderes Bonbon zeigen wir außerdem nicht nur einen außergewöhnlichen Film, sondern gleich Dutzende: eine Zusammenstellung der außergewöhnlichsten Werbe- und Music Clips, die in den letzten 20 Jahren produziert wurden. Dabei sind unter anderen Werke von Regielegenden wie Wong Kar-Wai, Spike Jonze, Michel Gondry, Mark Romanek, David Fincher und David Lynch. Der Abend unter dem Motto Visual Overkill wird abgeschlossen mit einem Vortrag eines Color-Timers, der bei Filmarbeiten für Farbkorrekturen zuständig ist, inklusive einer Live-Demonstration seiner Arbeit.

Text: David Kellermann

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