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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Gegenwartsfilme aus Ostmitteleuropa

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  26.01.2011  20:00 Uhr  Poln. OmeU  33 Szenen aus dem Leben
 Mittwoch  02.02.2011  20:00 Uhr    Eines Nachts in einer Stadt
 Mittwoch  09.02.2011  20:00 Uhr  OmeU  Mysterium Okkupation
Filme aus Ostmitteleuropa führen in Deutschland immer noch ein Nischendasein, nur selten gelingt es Produktionen aus dieser Region, über die Landesgrenzen hinaus Aufmerksamkeit und ein größeres Publikum zu finden. Doch es gibt viele spannende Filme zu entdecken, in denen Filmemacher sich mit ihrer eigenen Gesellschaft, mit menschlichen Schicksalen und profanen Alltagsproblemen auseinandersetzen, politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen beleuchten oder einfach ihrer Phantasie freien Lauf lassen und utopische Filmwelten entwerfen. Dass sich diese Filme vor westeuropäischen Produktionen nicht zu verstecken brauchen, belegen die zahlreichen Preise, die Produktionen aus Ostmitteleuropa auf internationalen Filmfestivals erhalten.

So vielfältig wie diese Region Europas sind auch die Filme, die in der Reihe „Gegenwartsfilme aus Ostmitteleuropa“ präsentiert werden. Die aktuellen Filme aus Polen, Tschechien und Belarus zeigen die künstlerische und inhaltliche Bandbreite, mit der unterschiedliche Themen aus der spezfischen Perspektive der jeweiligen Länder behandelt werden.

Der polnische Film 33 sceny z życia – 33 Szenen aus dem Leben zeigt in teils grotesken und absurden Szenen den Umgang einer jungen Frau mit Schicksalsschlägen, Familienkonflikten und Ehestreitigkeiten, die sie aus ihrem unbeschwerten Leben herausreißen. Die Regisseurin Małgorzata Szumowska verarbeitet in dem Film die Erfahrungen des Verlusts ihrer Eltern und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Damit entwirft sie zugleich ein Bild der ersten im Kapitalismus aufgewachsenen Generation Polens, die sich nicht mehr am sozialistischen Gesellschaftsmodell ihrer Eltern orientieren kann.

In dem preisgekrönten tschechischen Animationsfilm Jedné noci v jednom městě – Eines Nachts in einer Stadt erzählt Regisseur Jan Balej mit schwarzem Humor die Erlebnisse, Wünsche und Träume der Bewohner eines Prager Mietshauses während einer Nacht. Die Geschichten handeln von skurrilen Gestalten und ihren merkwürdigen Abenteuern, von Freundschaft und Einsamkeit. Der Film ist in der Tradition des tschechischen Puppentrickfilms gehalten und bietet nicht nur glänzende Unterhaltung, sondern lädt auch dazu ein, über das anonyme und oftmals sonderbare Leben in Großstädten nachzudenken.

Der Episodenfilm Okkupatsiya. Misterii – Mysterium Occupation handelt von der belarussischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg, die nicht nur unter dem deutschen Besatzungsterror, sondern auch unter den sowjetischen Partisanen leidet. Der Film des Regisseurs Andrei Kudinenko sorgte in Belarus für Aufsehen, da er den heroischen Partisanenmythos in Frage stellt und damit dem offiziellen Geschichtsbild widerspricht. Nach der Uraufführung wurde er in Belarus verboten. Eine Einführung in die Hintergründe des Partisanenmythos und der belarussischen Geschichtspolitik gibt Sebastian Rösner.

Die Filmreihe wird durch die Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa (GFPS) e. V. betreut. Mit freundlicher Unterstützung durch das Colloquium politicum der Universität Freiburg, die Brücke/Most-Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit und das Tschechische Zentrum München.

Text: Robert Spät

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