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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Der andere Nahe Osten

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  13.01.2011  20:00 Uhr  DF  Die Band von nebenan
 Donnerstag  20.01.2011  20:00 Uhr  Arab. OmU  Caramel
 Donnerstag  27.01.2011  20:00 Uhr    Jellyfish - Vom Meer getragen
Durch die Nachrichten ist unser Bild des Nahen Ostens eher einseitig geprägt. Wir denken vor allem an den nicht enden wollenden Konflikt zwischen Israel und Palästina, an Unterdrückung und Unfreiheit, an fanatische Islamisten, die allgegenwärtige Gefahr des Terrors, ... Mit diesen Themen befassten sich in jüngster Zeit auch mehrere Filme wie etwa Persepolis, Paradise Now oder Waltz with Bashir.
Doch es gibt auch einen anderen Nahen Osten. Die Bewohner führen trotz allen Widrigkeiten alltägliche Leben, haben universelle menschliche Probleme, Sorgen, Hoffnungen und Träume. Die Filme dieser Reihe –allesamt preisgekrönte Debütfilme junger Regisseure- zeigen unterschiedliche Menschen verschiedener Nationen auf der Suche nach ihrem persönlichem Glück und werden von einer heiter-melancholischen Leichtigkeit getragen.
In Die Band von nebenan fährt ein ägyptisches Polizeiorchester zu einem Auftritt nach Israel. Dabei kommen die Musikanten durch unvorhersehbare Ereignisse in engeren Kontakt mit den Bewohnern eines abgelegenen Dorfes. Der Film schafft es mit wenigen Worten und Gesten ein feines humorvolles Bild über kulturelle Unterschiede vor einem gespannten politischen Hintergrund zu zeichnen.
Jellyfish-Vom Meer getragen zeigt einige Episoden aus den Geschichten von Etgar Keret, dem Bestsellerautor aus Israel, der mit seinen humoristischen Erzählungen (Gaza Blues, Pizzeria Kamikaze), die teilweise an Kishon oder Kaminer erinnern, in seiner Heimat schon Kultstatus erreicht hat. Der kunstvoll konstruierte Film überzeugte mit seiner surrealen Poetik auch die Jury von Cannes.
Caramel erzählt auf liebenswerte Weise die Geschichten von fünf Frauen, die in einem Schönheitssalon in Beirut arbeiten und zwischen arabischer Tradition und westlicher Moderne stehen.
In allen Filmen spielt sich das Politische nur verdeckt im Hintergrund ab. Ein lästiges Bild aus dem Sechs-Tage-Krieg wird etwa in Die Band von nebenan mit einer Polizeimütze zugedeckt, die Folgen des Bürgerkriegs im Libanon werden in Caramel komplett ausgeblendet. Hier steht der Alltag der Akteure im Vordergrund. Sie kämpfen mit ihren kleinen und großen Problemen und erleben dabei teilweise Urkomisches. Die Zuschauer sehen so leicht märchenhafte Geschichten und verlassen die Vorstellung zugleich beschwingt und nachdenklich.

Text: Eva Notz

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