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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Italo-Western

Filme dieser Reihe:
 Freitag  03.12.2010  20:00 Uhr    The Good, the Bad and the Ugly
 Freitag  10.12.2010  20:00 Uhr    Leichen pflastern seinen Weg

C'era una volta in Italia... (Es war einmal in Italien...)

Genauer gesagt: mitten in den sechziger Jahren, als einige junge Filmemacher ihre eigene Philosophie vom Wildwestfilm entwickelten und zu den Pionieren eines mittlerweile längst zu Kultstatus aufgestiegen Subgenres wurden: sie erfanden den Italowestern, der den von weiten Prärielandschaften, unbegrenzter Freiheit und dem Kampf der Guten gegen die Bösen geprägten Hollywood-Western ein grelles, schwarzhumoriges, brutales und dreckiges Zerrbild entgegensetzt.
Statt rechtschaffenen Westmännern gegen verkommene Schurken kämpfen hier habgierige und egoistische Antihelden um geraubtes Geld, oder haben miteinander noch die eine oder andere tödliche Rechnung offen. Kurz: Sergio Leone, die Corbucci-Brüder und Konsorten trugen den al- tehrwürdigen aber verbrauchten amerikanischen Western zu Grabe und in ihrer Version dürfen Fieslinge nach Vorbild von Liberty Valance bleiben, während gute Helden wie Gary Cooper oder James Stewart in diesen We- stern-Landschaften längst hinter der untergehenden Sonne verschwunden sind. An ihre Stelle rückten Gestalten wie der abgerissene Sargschlepper Django, der nur scheinbar gute Clint Eastwood, der häßliche Eli Wallach und die skrupellosen Auftragskiller Silenzio und Loco alias Klaus Kinski.
Der wilde Westen als anarchische Anhäufung von Gangstern, in deren Mitte ein Jeder versuchen muss, sich irgendwie durchzuschlagen und in der man Gut und Böse wenn überhaupt nur noch anhand von Nuancen erkennen kann – das ist das Ergebnis der Kino-Revolution aus Cinecitta und das Ergebnis? Von Entrüstung keine Spur, schließlich hatten auch die Amerikaner bereits in Filmen wie Der Mann, der Liberty Valance erschoss (1961) oder Sacramento (1962) an den stereotypen Heldenmythen ihrer Western-Klassiker gesägt. Doch um die Ablösung des Western durch den Spätwestern zu beschleunigen und zu radikalisieren, war reichlich anarchischer Zunder aus Übersee genauso nötig wie effektiv – spätere US-Western von The Wild Bunch (1969) bis Erbarmungslos (1992) sprechen hier Bände.
In Italien war hingegen schon nach dem Erfolg von Für eine Handvoll Dollar (1964) das Western-Fieber ausgebrochen und auch die beiden nächsten Teile der Dollar-Trilogie Für ein paar Dollar mehr (1965) und The Good, the Bad and the Ugly (1966) eroberten schnell eine große internationale Fangemeinde. Zusammen mit Django (1966) und Leichen pflastern seinen Weg (1968) von Sergio-Corbucci lieferte die Dollar-Trilogie den Startschuss für eine Welle von wilden und qualitativ höchst unterschiedlichen Italo-Western, die später vom Trash der Bavas und Castellaris und vom Klamauk von Bud Spencer und Terence Hill abgelöst wurden.
Für euch zeigen wir in diesem Semester die immer noch kultigen wie sehenswerten The Good, the Bad and the Ugly von Sergio Leone und Leichen pflastern seinen Weg von Sergio Corbucci. Freut euch auf Galgenvögel, blaue Bohnen, und die abgewracktesten Western-Dörfer aller Zeiten!

Text: Martin Koch

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