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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Von Herrenkindern und Paradiesen

Filme dieser Reihe:
 Freitag  05.11.2010  20:00 Uhr    Herrenkinder
 Dienstag  23.11.2010  20:00 Uhr    Hafners Paradies

Dokumentarfilm-Double-Feature

Dass der Nationalsozialismus zwar durch die Zeit eingeholt wurde, ihm jedoch in der Gesellschaft heute immer noch mehr oder weniger deutlich nachzuspüren ist, sollen die Vorführungen der beiden Dokumentarfilme aus den vergangenen drei Jahren und die Besuche und Gespräche mit den jeweiligen Regisseuren aufzeigen.
In Hafners Paradies nimmt uns Filmemacher Günter Schwaiger mit in den Alltag des ehemaligen Offiziers der Waffen-SS und Holocaust-Leugner Paul Maria Hafner, der bis zu seinem Tod im Februar 2010 in Madrid lebte. Hier wird dem Zuschauer die Problematik, mit Fakten gegen eine Ideologie zu argumentieren, in die sich jemand verrannt hat und die unerschütterlich allem standhält, unerträglich bewusst. Begriffe, die in Deutschland nicht wegzudenken sind, wie Entnazifizierung, Wiederaufarbeitung, „die Unfähigkeit zu Trauern“ fehlen im Kreis dieser nationalsozialistischen Gruppe in Spanien vollkommen.
Christian Schneiders und Eduard Ernes Herrenkinder bildet den zweiten Teil des Doku-Double-Features. Prominente, die als Schüler in die berühmt-berüchtigten Napolas (Nationalpolitische Erziehgunsanstalt) gingen, kommen hier ebenso zu Wort, wie deren Partner, Kinder und Enkel. Die Erziehung, die sich eben nicht nur auf die ehemaligen Schüler direkt auswirkte, sondern indirekt auch die Kinder und Kindeskinder, die damit zu kämpfen haben, sind Thema des Films.
Natürlich muss immer bedacht werden, dass auch das Filmmaterial des Dokumentarfilms gesichtet, ausgewählt, geschnitten, wieder zusammengesetzt, mit Musik oder Geräuschen vertont und neu in Szene gesetzt wird. Natürlich ist es nie Realität, die wir auf der Leinwand sehen. Natürlich handelt es sich immer um Inszenierung der Macher. Dennoch handelt es sich um Momentaufnahmen, die einem auch einzeln besehen, unerträglich vorkommen und vielleicht auch wütend zurücklassen.Wir freuen uns umso mehr auf die Gespräche mit den Regisseuren.
Die Vorführung der Filme und die Realisierung der Besuche beider Regisseure wären ohne die freundliche und großzügige Unterstützung durch folgende Gruppen und Verbände nicht möglich gewesen.
Wir danken herzlich: dem Verband der Freunde der Universität e.V., Colloquium Politicum und Goethe-Institut Freiburg.

Text: Jennifer Borrmann

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