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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Das dritte Geschlecht

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  13.07.2011  20:00 Uhr  DF  Boys Don't Cry
 Mittwoch  20.07.2011  20:00 Uhr  35 mm, En. OmU  Transamerica
 Mittwoch  27.07.2011  20:00 Uhr  Thail. OmU  Beautiful Boxer
 Mittwoch  03.08.2011  20:00 Uhr  Sp. OmU  XXY
"Ich wurde zweimal geboren: zuerst, als kleines Mädchen, an einem bemerkenswert smogfreien Januartag 1960 in Detroit und dann, als halbwüchsiger Junge, in einer Notfallambulanz in der Nähe von Petoskey, Michigan, im August 1974.“

Männlich oder weiblich? Junge oder Mädchen? Mann oder Frau? Das ist nicht immer so einfach, wie die Natur es vorgesehen hat. Denn für manche Menschen sind die einleitenden Sätze von Jeffrey Eugenides Roman „Middlesex“ Wirklichkeit: Sie kommen auf die Welt und haben die Suche nach ihrer geschlechtlichen und sexuellen Identität noch vor sich. Viele Begriffe wurden für dieses Phänomen erfunden, die oft fälschlicherweise in einem Atemzug genannt werden: Transsexuelle, Transvestiten, Hermaphroditen, Drag-Queens, Zwitter, Intersexuelle. Dabei ist Transsexualität, d.h. die gefühlte Zugehörigkeit zum jeweils anderen Geschlecht, klar von Intersexualität abzugrenzen, bei der genetisch bedingt Merkmale beider Geschlechter vorhanden sind. Während gegenüber homosexuellen Menschen in den letzten Jahren die Toleranz und Aufklärung gestiegen ist, sind die Themen Trans- und Intersexualität noch nicht im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen. Was bedeutet es, sich im eigenen Körper fremd zu fühlen? Wie fühlt es sich an, zwischen den Geschlechtern zu stehen?

Fragen zum Thema Transgender werden erst seit etwa 25 Jahren vermehrt in Filmen thematisiert und dies auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Von Neil Jordans Breakfast on Pluto, in dem ein Transsexueller in den 70er Jahren den Vorstellungen einer konservativen Gesellschaft entkommen muss, über den übernatürlich angehauchten Film Orlando, bis zu der vorsichtig optimistischen Produktion Ma vie en rose aus dem Jahre 1997, deren Geschichte aus Kinderaugen erzählt wird. Ebenso vielfältig sind die Filme unserer Reihe „Das dritte Geschlecht“, in denen sich Charaktere völlig unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft auf die Suche nach ihrer Identität machen.

Der Eröffnungsfilm der Reihe, Boys Don’t Cry, führt uns in die raue Kulisse von Falls City in Nebraska, wo Brandon Teena mit der schönen Lana anbandelt. Eine brenzlige Situation, denn niemand weiß, dass Brandon Teena eigentlich Teena Brandon heißt...
Auch im zweiten Film, Transamerica, geht es um Transsexualität: Kurz vor der letzten geschlechtsangleichenden OP von Bree, ehemals Stanley, bringt ein Anruf seines bisher unbekannten Sohnes die Planungen durcheinander.
Im Gegensatz zu den zwei ersten Filmen geht es in der argentinischen Produktion XXY nicht um Trans- sondern um Intersexualität: Alex, mit Ausprägungen beider Geschlechter geboren, ist als Mädchen groß geworden. Als sie sich entschließt, die Hormontherapie abzubrechen, hat das nicht nur körperliche Folgen.
Der thailändische Film Beautiful Boxer zeichnet das Porträt des Transsexuellen Nong Toom, der sich schon als kleiner Junge mehr für Lippenstift als für Raufereien interessiert. Prompt stecken ihn seine Eltern in eine Kickbox-Schule, um aus ihm einen echten Kerl zu machen. Ist damit das letzte Wort gesprochen?

Einführungen zu verschiedenen Aspekten des Themas werden jeweils – mit Hinweis – vor den Filmen stattfinden.

Text: Iris Divé, Natalie Kurz

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