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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

"Autoren-Filme"

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  08.06.2011  20:00 Uhr  En. OmU  Howl – Das Geheul
 Mittwoch  22.06.2011  20:00 Uhr  En. OmU  Schräger als Fiktion
 Mittwoch  29.06.2011  20:00 Uhr  En./Fr. OmeU  Swimming Pool
 Mittwoch  06.07.2011  20:00 Uhr  DF  Die Wonder Boys
Nouvelle Vague? Non! Neorealismus? Ma no! New Hollywood? No way! In dieser Reihe geht es nicht um Autorenfilme von Robert Altman, Jean-Luc Godard oder Federico Fellini, sondern um „Autoren-Filme“ über Literaten und die Frage, wie ihre Ideen zu Büchern werden. Die filmische Herausforderung an solche Filme ist immens. Schließlich müssen Filmemacher, die dieses Thema wählen, das äußerst vage anmutende Bild des auf Laptop oder Schreibmaschine herumhämmernden Schriftstellers zu einem Kunstwerk über das, was während des Schreibens im Kopf des schreibenden Künstlers vorgeht, verdichten. Dieser Aufgabe stellen sich die vier ausgewählten Filme mit unterschiedlichen Mitteln: Howl (2010) als vielschichtige Refexion über die Entstehung des gleichnamigen berühmten wie umstrittenen Gedichts, Stranger Than Fiction (2006) als ironischer Kommentar zur Vermischung von Realität und Fiktion, Swimming Pool (2003) als dramatisch-psychologischer Kommentar zum selben Thema und Die Wonder Boys (2000) als schräge und hochamüsante Anleitung zur Überwindung einer Schreibblockade.
Gemeinsam ist den Filmen dieser Reihe ihr enger Zusammenhang zwischen den Medien Film und Literatur und ihr erfolgreiches Bestreben, die Besonderheiten bei der Entstehung literarischer Kunst in passende filmische Bilder umzusetzen, die metaliterarische Geschichten erzählen. Als zentraler Anknüpfungspunkt fungiert dabei der Autor, dem bemerkenswerte Geschehnisse widerfahren, angesichts derer man sich oft fragt, ob man gerade (auf Basis der erzählten Handlung) realen Ereignissen beiwohnt oder in der Fantasie eines Autors unterwegs ist. Während Howl und Die Wonder Boys aus unterschiedlichen Gründen relativ klar zwischen diesen Polen differenzieren, macht die Ungewissheit zwischen Realität und Fiktion den besonderen Reiz an Stranger than Fiction und Swimming Pool aus. Davon abgesehen spielen alle vier Filme gekonnt mit den Trennlinien zwischen dem filmischen und dem literarischen Erzählen und bauen hier sehr eine Vielzahl an Ideen ein: Trickfilm-Szenen sollen die Stimmung eines abstrakten Gedichts greifbar machen (Howl), die Autorin und ihr Protagonist leben in derselben Welt und interagieren miteinander (Stranger than Fiction), eine weitere Autorin vermischt reale mit fiktiven Eindrücken (Swimming Pool). Ihr männlicher Kollege versucht seine Schreibblockade durch Traktate über Stammbäume von Pferden zu überwinden, während sein Schüler seine kreative Kraft daraus zieht, seine eigene Lebensgeschichte immer wieder selbst zu erfinden (Die Wonder Boys).
Natürlich bildet diese Auswahl nur einen Auszug aus der vielfältigen Welt der Filme über Autoren und die Entstehung ihrer Literatur. Explizit biographische Filme bleiben dabei weitgehend außen vor, weil nicht die Lebensgeschichten der Autoren, sondern die filmische Umsetzung ihrer Ideen und Gedanken das entscheidende Kriterium darstellen. Andere hochinteressante Filme zum Thema mussten aus Verfügbarkeits- oder Platzgründen leider weggelassen werden, aber die folgende Auflistung soll sie zumindest nochmal namentlich erwähnen und gleichzeitig an alle, die sich für „Autoren-Filme“ der letzten zwanzig Jahre interessieren weiterempfehlen: Naked Lunch, Barton Fink (beide 1991), Deconstructing Harry (1997), Adaptation (2004), Synekdoche New York (2008), Poetry (2010). Ansonsten bleibt mir nur noch, euch hiermit viel Vergnügen mit den „Autoren-Filmen“ zu wünschen.

Text: Martin Koch

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