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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Zufall, Zeit, Dreifaltigkeit

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  30.06.2011  20:00 Uhr    Drei
 Donnerstag  07.07.2011  20:00 Uhr    Lola rennt
 Donnerstag  14.07.2011  20:00 Uhr  DF  Heaven
 Donnerstag  21.07.2011  20:00 Uhr    Winterschläfer
 Donnerstag  28.07.2011  20:00 Uhr    Die tödliche Maria

Die Bilderwelten des Regisseurs Tom Tykwer


Er ist zurück! Nach einem Ausflug nach Hollywood mit der passend betitelten internationalen Großproduktion The International und dem opulenten Vorgänger Das Parfüm unter Bernd Eichingers Fittichen kehrt der Arthouse-Liebling mit Drei zurück in die Welt der hiesigen Programmkinos – und schafft es erneut, uns zu verblüffen
. Im Rahmen unseres langjährigen aka-Forschungsprojektes „Was macht der neue deutsche Film?“ ist es allerhöchste Zeit, dem Regisseur eine Retrospektive zu widmen, dem wir so viel verdanken: Tom Tykwer.
Er war einer der jungen, unerschrockenen Regisseure, die es mitten im Sumpf des deutschen Komödien-Unwesens, das die Filmproduktion der 90er Jahre mit einer feuchtfröhlichen, aber auch ziemlich zähen Dauerwitzelei überschwemmt hatte, wagten, ganz andere – und ganz eigene - Geschichten zu erzählen. Gleich sein erster langer Spielfilm, Die tödliche Maria, wurde von den Kritikern gelobt und vom Publikum wohlwollend aufgenommen. Die atmosphärisch ungeheuer dichte Geschichte einer zarten Liebe zwischen Nina Petri und dem jungen Joachim Król ist ein leider heute nahezu vergessener Film, der darauf wartet, neu entdeckt zu werden. Es folgte der geheimnisvolle Alpenthriller Winterschläfer, in dem der Regisseur, der gerne mit formalen Versuchsanordnungen spielt, die Schicksale seiner Protagonisten in einer verschneiten Berghütte raffiniert verwebt. Der ganz große Durchbruch kam für Tykwer aber erst mit Lola rennt, einem der wenigen deutschen Filme, die auch international ein Exporterfolg wurden... als „Run Lola run“ (USA), „Corre Lola corre“ (I), „Cours Lola cours“ (F), „Trexe Lola trexe“ (GR) oder „Lola springer“ (S). Tykwers Liebe zu Zeitexperimenten, Schleifen und Dreier-Variationen hatte sich schon in seinen frühen Kurzfilmen Because und Epilog gezeigt, jetzt aber hatte er sie in einer perfekten Montage zu einem dynamischen Meisterstück zusammengefügt, das bald zum Sinnbild des neuen deutschen Filmaufbruchs schlechthin wurde. Die durch den Film zum Star gewordene Franka Potente kehrte in Tykwers symbolträchtigem Märchen Der Krieger und die Kaiserin zurück, bevor der Regisseur sich mit Heaven aufs internationale Parkett wagte, einer durch ihren stillen Zauber faszinierenden Studie einer unmöglichen Liebe zwischen einer englischen Bombenlegerin, die sich selbst aufgegeben hat, und einem jungen italienischen Polizisten. Mit seinem neuesten Werk Drei kehrt Tykwer nicht nur in die heimischen Produktionsstrukturen zurück, er wendet sich auch wieder dem Spiel mit dem Dreiklang zu – diesmal aber nicht mit der dreifachen Variation eines Erzählmusters, sondern mit einem Figuren-Trio – drei großartige Schauspieler in einer ménage à trois, einer leidenschaftlichen Dreiecksbeziehung, in der die Funken sprühen!!!

Text: Alexander Sancho-Rauschel

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