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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Helmut Berger

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  17.06.2004  17:30 Uhr  ital OmU  Ludwig II
 Montag  28.06.2004  20:15 Uhr    Vortrag Helmut Berger
 Freitag  09.07.2004  18:00 Uhr  DF  Ludwig 1881 (mit Regisseursbesuch)
In seinen Rollen verkörpert er glanzvolle Schönheit und enigmatische Tiefe, Unschuld und Erotik, Hingabe und Selbstzerstörung, unergründlich-bezaubernde Zweideutigkeit und ahnungsvolle, verhaltene Sensibilität: Der vor 60 Jahren geborene österreichische Schauspieler Helmut Berger. Entdeckt wurde Berger vom italienischen Regisseur Luchino Visconti, für den er unter anderem in Die Verdammten und als Ludwig II. vor der Kamera steht. In den 70ern spielt Berger in verschiedenen anderen italienischen Produktionen u.a. unter Victorio De Sica mit, Paul Morrisey sagte mal treffend über ihn: “Für mich ist es etwas skurril, daß der beste italienische Schauspieler ein Österreicher ist.” Der Tod seines Lebenspartners Luchino Viscontis 1976 stürzt Berger in eine schwere Krise. Er ist fortan vor allem in Fernsehproduktionen zu sehen, unter anderem im Denver Clan und in den Fantomas-Filmen von Claude Chabrol. Als Kinofilme erwähnenswert sind Francis Ford Coppolas Der Pate Teil III, Ludwig 1881 und Christoph Schlingensiefs 120 Tage von Bottrop.
Wir zeigen mit Luchino Viscontis Ludwig II. (1973) sowie Ludwig 1881 (1993) der schweizerischen Regisseure Fosco und Donatello Dubini zwei Filme, die besonders gut geeignet sind, das Charakteristische sowie die Entwicklung von Helmut Bergers Schauspielkunst zu analysieren. Diese beiden Filme stehen auch im Zentrum des Vortrages am 28. Juni, den PD Dr. Paola-Ludovika Coriando über Bergers Schauspielkunst halten wird. Mit ihrer dokumentarisch-spröden, zugleich aber bildgewaltigen und poetischen Inszenierung haben Fosco und Donatello Dubini – wie später in Die Reise nach Kafiristan (2001) – ein grandioses Werk über das Reisen als Selbstsuche, über Sinn und Grenzen der Freundschaft, über Illusion und Entzauberung, über das Scheitern, über Identität und Wandel der Person geschaffen. Auf allen Ebenen ist der Film von tiefer Symbolik und perspektivischer Vielschichtigkeit geprägt. So deutet der Untertitel „Der König und sein Schauspieler“ nicht nur auf die handelnden Hauptpersonen, sondern zugleich auf die „Reise“ des Darstellers Helmut Berger auf den Spuren seiner schauspielerischen Vergangenheit und seiner „Lebensrolle“ als König Ludwig. Die zahlreichen Flashbacks, die den König weniger als Märchengestalt denn als modernen, technischbegeisterten Ästheten auf der Suche nach dem „totalen“ Erlebnis zeigen, der realistisch-dokumentarische Kamerastil in Verbindung mit der verträumt-einsamen Stimmung der grandiosen Landschaftsbilder und nicht zuletzt Bergers minimalistisch-eindringliche, Selbstzitat und Selbstdistanzierung bewußt verbindende Darstellung – drückte er in Viscontis Ludwig II. alle Töne eines verzweifelten, „dämonischen“, im Glanz der Schönheit sich verzehrenden großen Scheiterns aus, so ist seine Rezitation im Ludwig 1881 von einer verhaltenen, resignierten, monotonen Konzentration geprägt – werfen Fragen auf, die auf verschiedenen Ebenen Schauspieltheorie, Filmwissenschaft und Philosophie beschäftigen. Das geplante Gespräch mit Fosco Dubini am 9. Juli, das zugleich den Abschluß dieser Reihe bildet, bietet die seltene Gelegenheit, diese Grenzfragen zu diskutieren.
Wir veranstalten diese Reihe in Zusammenarbeit mit dem Studium Generale und mit freundlicher Unterstützung von SWISS FILMS.

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