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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Al. Fucking. Pacino.

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  04.07.2012  20:00 Uhr  DF  Al Pacino - Scarface
 Mittwoch  11.07.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Insomnia - Schlaflos
 Mittwoch  18.07.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Asphalt-Blüten
 Mittwoch  25.07.2012  20:00 Uhr  En. OmU  An jedem verdammten Sonntag
Wenn Alfredo James, lässig: „Al“, Pacino gefragt wird, was ihn an der Schauspielerei fasziniert, dann bemüht er meist einen Vergleich: Schauspielen, so wie er das verstehe, sei wie das Balancieren eines Hochseilartisten ohne Netz – die einzige Möglichkeit, das Leben wirklich zu spüren. Dieses bemerkenswerte Zitat fasst recht gut zusammen, welches Verhältnis der im Jahre 1940 geborene New Yorker zu seinen Rollen und Figuren aufbaut, wie kraftvoll und intensiv er sie umsetzt, und wie stark er sich mit ihnen identifiziert. Und wir als Zuschauer sind Nutznießer dieser Philosophie.

Al Pacino, das hat er uns nun schon unzählige Male bewiesen, ist einer der wenigen Charakterdarsteller Hollywoods, die nicht nur ungemein wandlungsfähig sind, sondern die ihre Figuren mit einer unglaublichen Ausstrahlung und Wahrhaftigkeit auf die Leinwand bringen. Es ist nicht selten der Fall, dass sein Spiel dem jeweiligen Film ein Alleinstellungsmerkmal verleiht, ihn manchmal sogar ganz trägt. Besonders deutlich wird dies beispielsweise in der Tragikkomödie Der Duft der Frauen (1992), für den Pacino seinen bisher einzigen Oscar bekam. Diese Ausdrucksstärke liegt nicht nur an der beschriebenen Arbeitsauffassung und vorhandenem Talent, sondern auch an einem nahezu bedingungslosen Einsatz, der schon Regie-Großmeister wie Francis Ford Coppola (Der Pate) oder Sidney Lumet (Serpico) schwer beeindruckte. Bezeichnend ist eine Geschichte von den Dreharbeiten zu Der Pate II (1974), als nach dem Dreh der Szene, in der Michael Corleone klar wird, wer die Familie verraten hat, Al Pacino wegen akuter Überanstrengung ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Die Süddeutsche Zeitung schrieb anlässlich Pacinos 70. Geburtstags, dass man doch das Bedürfnis verspüre, "zwischen seinen Vor- und Nachnamen noch eine Art Puffer einzuführen", um seine schauspielerische Wucht so richtig zu beschreiben: Al-fucking-Pacino!

Das alles führt nun dazu, dass Al Pacino nicht einfach nur Figuren auf die Leinwand bringt, sondern regelrecht Charaktere - und die wollen wir uns etwas genauer ansehen: Wir haben vier Filme aus seiner etwa 46 Langfilme starken Filmografie ausgewählt (die Auswahl fiel schwer!), von denen wir glauben, dass sie zum einen natürlich als Filme sehenswert sind, zum anderen Pacinos Können besonders unterstreichen und zudem seine Wandlungsfähigkeit dokumentieren. Außerdem begleiten wir Al Pacino damit durch vier Jahrzehnte Schauspielerei. In dem eher unbekannten Asphalt-Blüten (1973), seinem vierten Film und dem ersten nach dem Pate-Durchbruch, sehen wir einen sensiblen Spaßvogel, der sich gemeinsam mit einem kauzigen Ex-Häftling auf einen Roadtrip durch den Osten der USA begibt und dafür mit der Goldenen Palme 1973 ausgezeichnet wurde. Zu Scarface (1983) muss man nicht mehr allzu viel sagen, Tony Montana ist nach Michael Corleone wohl Pacinos bekannteste Rolle, für die er bis heute vor allem bei kubanischen Migranten hohes Ansehen genießt. Welche Bedeutung er diesem Film zuteil werden lies, lässt sich sicher auch daran ablesen, dass sein Name im deutschen Verleihtitel mitgeführt wird. 1999 ist Al Pacino in An jedem verdammten Sonntag dann als erfahrener Footalltrainer zu sehen, der in seinem Club, der sich in Streitigkeiten und Intrigen selbst aufzulösen scheint, versucht, Werte wie Solidarität und Miteinander zu vermitteln. Insomnia, ein Remake des gleichnamigen skandinavischen Films aus dem Jahre 1997, ist ein spannender Psychothriller mit moralischem Unterton des neuen Regie-Stars Christopher Nolan. Al Pacino brilliert als abgezockter Cop, der in der Mitternachtssonne Alaskas schlaflos dem Abgrund entgegen taumelt.
Freuen wir uns auf Al-fucking-Pacino in vierfacher Ausfertigung und auf seine Charaktere, vom Lebenskünstler bis zum Hardboiled-Cop!

Achja, noch ein paar Worte zur Pate-Trilogie: Wir wissen natürlich um den Stellenwert dieser Filme. Sie hätten den Umfang dieser Reihe jedoch deutlich gesprengt, weshalb wir in diesem Fall lieber anderen, teils unbekannteren Filmen den Vorzug gegeben haben.

Text: Johannes Litschel

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