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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Die fantastische Welt von Wes Anderson

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  24.10.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Moonrise Kingdom
 Mittwoch  31.10.2012  20:00 Uhr  DVD, En. OmU  Die Tiefseetaucher
 Mittwoch  07.11.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Rushmore
 Mittwoch  14.11.2012  20:00 Uhr  En. OmU  Durchgeknallt
Nachdem wir im Sommersemester 2011 eine erste Wes-Anderson-Reihe im aka gezeigt haben, wollen wir nun das kleine aber feine Werk des „Fantastic Mr. Anderson“ vervollständigen. Wenige Regisseure haben wie der 1969 in Houston geborene Wesley Wales Anderson so früh eine eindeutige Handschrift entwickelt. Schon in seinem ersten, relativ unbekannten Film Durchgeknallt (Bottle Rocket) legte er die Grundlagen: Hier brachte er seinen lakonisch liebevollen Humor zum ersten Mal auf die Leinwand, wie auch seine typische Hauptfigur: Den energiegeladenen Träumer, der sich ernsthaft für seine großen Ziele engagiert und dabei in so manches Fettnäpfchen tritt. Dabei bereitet er nicht nur anderen, sondern insbesondere sich selbst so manches Problem. Oft aus komplizierten Familienverhältnissen kommend, ist er auf sich allein gestellt und muss sich seinen speziellen Weg suchen. Und auch seinen typischen Stil verwirklichte Anderson in Bottle Rocket zum ersten Mal: Lange, durchkomponierte Plansequenzen, unterlegt mit Musik aus den 60ern und 70ern. Dabei wenden sich die Figuren der Kamera überwiegend frontal zu und sprechen den Zuschauer so direkt an.

Trotz seines grundlegenden Debüts kann Rushmore als das Schlüsselwerk Wes Andersons angesehen werden. Die in Bottle Rocket auf Zelluloid gebannten Elemente setzte er in seinem zweiten Film zu einem unverwechselbaren Meisterwerk zusammen, wie auch seine Schauspieler-Crew: neben Luke Wilson und Owen Wilson stießen im Internat Rushmore Jason Schwartzman und Bill Murray hinzu. Und schlossen sich als zwei Außenseiter zusammen, bis sie sich in dieselbe Frau verliebten. Nach dem zugleich tiefschwarzen und witzigen Familien-Panoptikum The Royal Tenenbaums realisierte Wes Anderson mit Die Tiefseetaucher eine abenteuerliche Geschichte um den Ozeanographen und Dokumentarfilmer Steve Zissou. Dieser macht sich auf der Jagd nach einem Hai, der seinen besten Freund auf dem Gewissen hat – und versucht, die verschiedenen Stränge seines Lebens wieder zusammen zu führen. Im Roadmovie Darjeeling Limited portraitierte Anderson drei Brüder, die nach dem Tod ihres Vaters und auf der Suche nach ihrer Mutter vor exotischer indischer Kulisse aufeinandertreffen. Bill Murray spielt hier ausnahmsweise nur eine kleine Rolle, indem er am Anfang des Filmes seinen Zug verpasst. Im Animationsfilm Der fantastische Mr. Fox (nach dem Kinderbuch von Roald Dahl) spricht er die Rolle des Dachses: „I guess we should start doing something. Right?“

Diese Einsicht haben auch Suzy und Sam in Wes Andersons neuestem Film Moonrise Kingdom, der 2012 als Eröffnungsfilm in Cannes lief. Die beiden zwölfjährigen Kinder entfliehen ihrer Familie bzw. dem Pfadfinderlager, auf dem Sam ist, um zusammen ihr eigenes Königreich zu finden. Mit seiner alten Truppe, ergänzt um die beiden herausragenden jugendlichen Hauptdarsteller, dazu Edward Norton, Tilda Swinton, Bruce Willis, Frances McDormand und Harvey Keitel, schafft Wes Anderson sich – und seinen Zuschauern – wiederum eine eigene Welt, aus der heraus sich auch die Realität außerhalb des Kinosaals neu entwerfen lässt. „I like to do things that are a little surrealistic but with characters who are real,” so Anderson. „So that, even if things are a little unusual, the emotions will come through anyway.”

Die Filme zeigen wir beginnend mit dem Neuesten, so dass manche Entwicklungslinie sich aus der Rückschau vielleicht klarer darstellt. Und bleiben gespannt auf seinen nächsten Streich mit Johnny Depp, The Grand Budapest Hotel.

Text: Hinnerk Feldwisch-Drentrup

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