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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Neue deutschsprachige Filme

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  08.01.2013  20:00 Uhr  Fr. OmU  Liebe
 Dienstag  15.01.2013  20:00 Uhr  Fr. OmU  Wolfzeit
 Dienstag  29.01.2013  20:00 Uhr  Dt. OV  Hundstage
 Dienstag  05.02.2013  20:00 Uhr  Dt. OV  Import/Export

Filme aus Österreich - Michael Haneke und Ulrich Seidl

Lange Zeit hat es ein Schattendasein neben dem deutschen Kino geführt, das österreichische Filmschaffen. Zu Unrecht, war doch Wien seit jeher eines der Zentren des deutschsprachigen Kinos. Es mag daran liegen, dass Filmlegenden wie der Stummfilmregisseur G. W. Pabst oder das Komödiengenie Billy Wilder vom großen Nachbarn vereinbart wurden oder durch ihren Weg ins Exil später Hollywood zugeordnet wurden. Auch Erich von Stroheim, Fritz Lang oder Josef von Sternberg wurden in Wien geboren. Wer weiß hierzulande schon, dass es parallel zur rebellischen Aufbruch des „Neuen deutschen Films“ in den 60er und 70er Jahren („Papas Kino ist tot!“) auch den „Neuen österreichischen Film“ gab? Und dass das Land in den Achtzigern in einer ganz ähnlichen Komödienflut versumpfte wie sein deutscher Nachbar? Der engagierte Neuanfang mit anspruchsvollen, innovativen und zeitkritischen Filmen, den der aka mit seiner Langzeit-Studie über das Neue Deutsche Kino seit Jahren verfolgt, ist in Österreich ebenfalls zu beobachten.

Als Durchbruch für ein neues Kino aus der Alpenrepublik gilt der Film Nordrand der Regisseurin Barbara Albert, der 1999 auf den Filmfestspielen von Venedig gezeigt wurde und den Max-Ophüls-Preis für sein Drehbuch erhielt. Kurz zuvor bereits hatte Michael Haneke (oberes Bild) mit Funny Games und seiner Kafka-Verfilmung Das Schloss Aufsehen erregt. Mit der Jahrtausendwende ging es plötzlich Schlag auf Schlag: Die Klavierspielerin gewann nicht zuletzt dank einer großartigen Isabelle Huppert den Großen Preis der Jury in Cannes, mit Wolfzeit konnte der Regisseur die Zusammenarbeit mit der Schauspielerin erfolgreich fortsetzen, Caché gewann die Regie-Palme, und spätestens seit Das weiße Band und Amour/Liebe, die beide die Goldene Palme in Cannes erhielten, sind Haneke und das Filmland Österreich weit über seine Grenzen hinaus zu festen Größen geworden. Obwohl oder gerade weil der Regisseur seine Produktionen längst international ausrichtet.

Eine weitere feste Größe im österreichischen Filmschaffen stellt der Regisseur Ulrich Seidl (unteres Bild) dar, der nach einer ganzen Reihe von eigenwillig-poetischen Dokumentarfilmen mit Hundstage seinen ersten Spielfilm drehte und auf Anhieb in Venedig den Großen Preis der Jury gewann. Seiner Liebe zum Hässlichen, Absurden und Abstoßenden blieb er treu, Import/Export wurde 2007 ins Festivalprogramm von Cannes aufgenommen. „Seidls Welt ist ein perfekt gestylter, inhaltlich intensiver und packender Alptraum. Und dennoch spürt man in jeder Minute, dass Seidl seine Figuren mehr liebt als hasst, auch wenn einem als Zuschauer das oft schwerfällt“, schrieb ARTE über sein Werk. 2012 begann Seidl mit seiner Paradies-Trilogie: Paradies: Liebe war in Cannes zu sehen, Paradies: Glaube in Venedig.

Weitere prominente Gesichter des österreichischen Films sind spätestens seit Tarantinos Inglorious Basterds der Schauspieler Christoph Waltz oder der phänomenale Kabarettist, Autor und Darsteller Josef Hader, dessen skurrile Krimis nach den Brenner-Romanen von Wolf Haas (Komm süßer Tod von 2000, Silentium von 2004 und Der Knochenmann von 2009) allesamt bereits im aka gezeigt und gefeiert wurden. Viel Spaß mit den Alpträumen aus der Alpenrepublik!

Text: Alexander Sancho-Rauschel, Daniel Wurzer

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