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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Was ist Kino?

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  13.01.2004  19:45 Uhr  DF  Fellinis Intervista
 Dienstag  20.01.2004  19:30 Uhr  OmU  Der Stand der Dinge
 Dienstag  27.01.2004  19:45 Uhr  OF  Adaption
 Dienstag  03.02.2004  19:45 Uhr  DF  Die amerikanische Nacht
 Dienstag  10.02.2004  20:00 Uhr  OmU  Die Verachtung
Qu’est-ce que le cinéma? – Was ist Kino? – fragte André Bazin in seinem gleichnamigen Buch, einem der wichtigsten Filmtheoriebücher überhaupt. Was ist Kino – dieser Frage will auch diese Reihe nachgehen. Bazins Freunde bei der Nouvelle Vague (unter anderem Truffaut und Godard) begannen alle als Filmkritiker; bald gelangten sie jedoch zu der Einsicht, dass man nur dann wirklich über Kino schreiben kann, wenn man selbst Filme gemacht hat. So hat eine intensive Auseinandersetzung mit der Filmgeschichte und der Art und Weise, wie Hollywood-Filme gewöhnlich gemacht sind, das Schaffen der Nouvelle Vague von Anfang an geprägt; ganz besonders gilt das für Jean-Luc Godard, dem vorletztes Semester eine Reihe gewidmet war. Und so ist es kein Wunder, dass bald Filme entstanden, in denen es um das Medium "Film" selbst geht: Godard geht in Die Verachtung dem Schaffensprozess an sich nach, Truffaut dokumentiert in Die Amerikanische Nacht, was so alles bei den Dreharbeiten passieren kann.

Die meisten Filme, die das Filmen selbst zum Thema haben, sind allerdings häufig nicht sehr selbstreflexiv, sondern stellen hauptsächlich die Irrungen und Wirrungen bei einem Dreh dar, so zum Beispiel der Klassiker The Bad and The Beautiful von Vincente Minelli. Trotzdem gibt es eine ganze Anzahl an Filmen, in denen eine wirkliche Auseinandersetzung mit der eigenen Kunst, dem eigenen Medium stattfindet. Einer der berühmtesten ist Federico Fellinis 8 1/2, der leider nicht zu bekommen war. Hier lässt Fellini sein Alter ego Marcello Mastroianni als Regisseur Guido Anselmi auftreten, der verzweifelt versucht, seinen Film zu drehen, sich aber in einem kreativen Loch befindet – und zum Schluss alles absagt (ein Schicksal, das auch Fellini beschäftigte, der sein „größtes Projekt“, das ihn sein Leben lang beschäftigte, nämlich „Die Reise des G. Mastorna“, nie verwirklichte). Rund 20 Jahre später verfilmt Fellini in Intervista noch einmal seine Erfahrungen als Regisseur; diesmal als „Doku-Fiction“, indem er sich auf die Suche nach seiner eigenen Jugend begibt und seinen Weg zum Filmregisseur verfolgt.

Außerdem zeigen wir euch Der Stand der Dinge von Wim Wenders, in dem wir sehen, was alles passieren kann, wenn einem mitten bei den Dreharbeiten das Geld ausgeht – eine ironische und tiefsinnige Hommage an die eigene Profession.

Neben diesen drei Klassikern haben wir noch einen neueren Film für die Reihe ausgesucht: Adaption von Spike Jonze (dessen Being John Malkovich dieses Semester ebenfalls im aka zu sehen ist, siehe Seite 35), der einen Drehbuchautor in der Schaffenskrise vorstellt.

Aus Platzgründen mussten wir leider auf eine Reihe weitere Filme verzichten, die wir auch noch gerne gezeigt hätten: Zum Beispiel Robert Altmans The Player, der das Hollywood-Business von der Produzenten-Seite beleuchtet, oder Fassbinders Warnung vor einer heiligen Nutte über die Dreharbeiten seines eigenen Films Whity, dann natürlich Woody Allens Stardust Memories, in dem Woody Allen einmal mehr sich selbst auf der Spur ist, hier vielleicht am direktesten und schonungslosesten, oder etwa Living in Oblivion, der vor einigen Semestern bereits im aka zu sehen war.

Für die Interessierten sei noch gesagt, dass wir im Laufe des Semesters im aka ein Videoseminar abhalten und einige der genannten Filme zusammen anschauen und diskutieren werden. Wer Lust hat mitzumachen, einfach mal einen der Vorführer ansprechen.

Text: Philipp Döring

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