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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Ryan Gosling

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  05.11.2013  20:00 Uhr  DCP, En. OmU  The Place Beyond the Pines
 Mittwoch  13.11.2013  20:00 Uhr  BluRay, En. OmU  Blue Valentine
 Dienstag  19.11.2013  20:00 Uhr  DCP, En. OmU  Only God Forgives

Mime mit nur zwei Gesichtern?

In Drive kennt man ihn als den coolen Driver, der jegliche Art Fahrzeug beherrscht und immer mit scheinbar regloser Miene durch die Gegend fährt. Dann gibt es die andere Seite, die sich offenbart, wenn er die Beherrschung über sich selbst verliert: gnadenlos, brutal, impulsiv. Beides in ein und derselben Figur. In The Ides of March hingegen sieht man meist nur das reglose Gesicht, wenn er im politischen Verwirrspiel des Partei-Wahlkampfes verwickelt ist. Doch wer ist er eigentlich, dieser in den letzten Jahren so beliebte Schauspieler, der seine Rollen zumindest nicht nach reinem Gagenmaß auszuwählen scheint?

Geboren 1980 in London, Ontario, wurde Ryan Gosling schon früh von seiner Mutter zu Hause unterrichtet. Das könnte erklären, warum er eher ein Einzelgänger geworden ist. An einer entsprechenden High School spezialisierte er sich auf Theater und bildende Kunst. Auch sein Interesse für Musik äußerte sich früh und heute hat er zusammen mit einem Freund eine eigene Band namens Dead Man’s Bones.

Seine erste aufsehenerregende Rolle war die eines jungen jüdischen Mannes, der Mitglied im Ku-Klux-Klan wurde (Inside a Skinhead, 2001). Sein größerer Durchbruch kam mit dem Lehrer-Drama Half Nelson (2006), in welchem er einen drogenabhängigen Pädagogen spielt, dessen Sucht von einer Schülerin entdeckt wird. Für seine Darstellung wurde er für den Oscar nominiert. Seine humorig-schräge Seite offenbarte er in seiner gleichzeitig liebenswertesten Rolle in Lars und die Frauen (2007): Sein Lars bestellt sich im Internet eine Puppe und beginnt eine Beziehung mit ihr – und sein Umfeld spielt zum Schein mit.

Dank des Erfolgs von Drive und The Ides of March erhielt so mancher den Eindruck, dass sein Charakterspiel etwas begrenzt sei und er nur den scheinbar Stoischen bzw. den Erbarmungslosen darstellen könnte. Weitere seiner neueren Rollen geraten so allerdings etwas in den Hintergrund. In The Place Beyond the Pines spielt er einen verletzlichen Vagabunden, der sich zugunsten seines kleinen Sohnes niederlässt, nur um bald mehr Hürden in seinem Weg zu haben als zuvor. Blue Valentine widmet sich der Romantik einer Beziehung und allem jenseits davon auf überaus realistische Weise, wobei Gosling geradezu in seiner Rolle aufgeht. Only God Forgives bildet den Kontrapunkt als nonkonformer Kunstfilm, der in einer in der Gegenwart verirrten Mythenwelt angesiedelt scheint. Hier wirkt er verloren zwischen den Fronten, immer überlagert von anderen, scheinbar willensstärkeren Charakteren.

Wie geht es jetzt weiter? Anfang dieses Jahres noch war er der Meinung, es übertrieben zu haben: “I've been doing it too much. I've lost perspective on what I'm doing. I think it's good for me to take a break and reassess why I'm doing it and how I'm doing it. […] I need a break from myself as much as I imagine the audience does.” (imdb.com)

Wohin diese Pause geführt hat, scheint einerseits überraschend, andererseits aber ist es vielleicht nur der nächste natürliche Schritt für ihn: Gosling arbeitet derzeit an seinem ersten Film als Drehbuchautor und Regisseur. How to Catch a Monster soll 2014 in die Kinos kommen und ein Mix aus Neo-Noir und Fantasy-Horror werden. Da kann man getrost gespannt bleiben, was ihn weiter so umtreibt.

Text: Natalie Kurz

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