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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Neuer Deutscher Film

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  24.10.2013  20:00 Uhr  DCP, Dt. OV  Das Wochenende
 Donnerstag  31.10.2013  20:00 Uhr  35 mm, Dt. OV  Quellen des Lebens
 Donnerstag  07.11.2013  20:00 Uhr  BluRay, Dt. OV  Freier Fall
 Donnerstag  21.11.2013  20:00 Uhr  35 mm, Dt. OV  Das Leben ist nichts für Feiglinge

Meine Familie und ich

„Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden unsicherer, da rückt die Familie wieder mehr in den Vordergrund“, sagte jüngst die Soziologin und Familienforscherin Dr. Karin Jurczyk vom Deutschen Jugendinstitut. Allgemein stellen Jugendforscher ein wachsendes Bedürfnis nach festen und stabilen Beziehungen fest - auch wenn dies in Konflikt gerät mit einem individuellen Streben nach Freiheit und nach privater wie beruflicher Selbstverwirklichung.Naheliegenderweise schlagen sich diese Themen in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche, ökonomischer wie kultureller Globalisierung, instabiler Arbeitsverhältnisse und neu zu definierender Geschlechterrollen auch in der Kunstform nieder, die wie keine andere die gesellschaftlichen Fragen aufgreift: Dem Kino!
Also haben wir uns umgesehen, um Euch im Rahmen unseres langjährigen „aka-Forschungsprojekts“ „Neue deutsche Filme“ sehr unterschiedliche Werke zu diesem Thema zu präsentieren. Dass der Familienbegriff heute viel weiter gefasst ist und nicht mehr zwangsläufig an Begriffe wie Ehe, traditionelle Geschlechterrollen, Heterosexualität oder das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt gebunden ist, ist selbstverständlich – und dem tragen wir auch in unserer Filmreihe Rechnung.In Das Leben ist nichts für Feiglinge erleben wir eine Familie in Auflösung, als nach dem Tod der Ehefrau und Mutter auch noch Tochter Kim mit ihrem Freund durchbrennt... bis der Vater sich auf die Suche macht, um das verstreute Mosaik seiner bisherigen Familie wieder Steinchen für Steinchen zusammenzusetzen. Mit dem monumentalen Werk Quellen des Lebens verarbeitet Regisseur Oskar Roehler, Sohn eines prominenten Schriftstellerpaares, die Geschichte seiner unorthodoxen Familie und zeichnet damit zugleich ein faszinierendes Panorama der bundesdeutschen Nachkriegszeit. Das Wochenende erzählt, hervorragend besetzt, die Konflikte und Erschütterungen, welche die Entlassung und Heimkehr eines ehemaligen RAF-Aktivisten auslösen, der nach langer Abwesenheit seinem Sohn wiederbegegnet. In Freier Fall hingegen wird die perfekt eingerichtete Vorort-Idylle mit Einfamilienhaus, Vorgarten und Nachwuchsplanung schlagartig und völlig unvorhergesehen erschüttert, als sich ein junger Polizist und Familienvater während einer Fortbildung plötzlich von einem gleichgeschlechtlichen Kollegen angezogen fühlt...
So unterschiedlich und vielschichtig die hier ausgewählten Filme auch sein mögen, etwas haben sie doch gemeinsam: Sie zeigen den Wandel traditioneller Rollen- und Familienbilder und offenbaren, dass Familie heute etwas ist, das jede/r von uns selbst wählen kann, in einem Geflecht, das Freunde, Verwandte oder WG's beinhalten kann und traditionelle oder unkonventionelle, feste oder offene Partnerschaften einbezieht. Je bewusster wir uns unserer Wünsche und Bedürfnisse werden, je besser werden wir so eine „Familie“ gestalten können. Drum: Viel Spaß mit den Filmen!
Alexander Sancho-Rauschel und Johannes Litsche

Text: Alexander Sancho-Rauschel, Johannes Litschel

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