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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

The Color Black

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  06.05.2014  20:00 Uhr  En. OmU  12 Years a Slave
 Dienstag  13.05.2014  20:00 Uhr  En. OmU  Die Farbe Lila
 Dienstag  20.05.2014  20:00 Uhr  En. OmU  The Help
 Dienstag  27.05.2014  20:00 Uhr  En. OmU  Der Butler

Sklaverei und Rassismus im amerikanischen Film

Das Leben der schwarzen Bevölkerung in den USA, in Vergangenheit und Gegenwart, wurde lange Zeit nicht nur in der Politik stiefmütterlich behandelt. Das „Black Cinema“ der 70er und 80er Jahre war mehr ein Genre-/Underground-Phänomen und bekam bei weitem nicht die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit. Hingegen kamen erfolgreiche Filme über Rassismus oder Bürgerrechte meist von weißen Regisseuren und hatten auch allzu oft weiße Protagonisten. So zum Beispiel in Mississippi Burning von Alan Parker (1988), für sich ein sehr guter Film, der eben dieser Voraussetzung entspricht. Seit ca. fünf Jahren allerdings gibt es immer mehr Filme auch von schwarzen Regisseuren oder mit schwarzen Protagonisten, welche mehr Aufmerksamkeit bekommen und die Geschichte der Afroamerikaner immer mehr in den Mittelpunkt rücken. 2013 war dies ein weit diskutiertes Thema. Manche Kritiker sprechen gar von einem "New Black Cinema". Aus diesem Anlass entstand diese Filmreihe, die sich jedoch nicht rein einem „New Black Cinema“ verschreibt, sondern vielmehr
daran interessiert ist, wie die Themen Sklaverei und Rassismus in "großen" amerikanischen Filmen dargestellt werden.

Die Filme dieser Reihe decken in chronologischer Reihenfolge verschiedene Stationen in der Geschichte der Schwarzen in den USA ab: Das 19. Jahrhundert (Twelve Years a Slave), die Jahrhundertwende und danach (Die Farbe Lila), die 60er Jahre (The Help) und die 60er bis heute(Der Butler). Ein empfehlens-werter Film für die Gegenwart ist Nächster Halt: Fruitvale Station, der in Deutschland allerdings erst ab dem 1. Mai im Kino läuft.

Es wird versucht, möglichst viele Blickwinkel miteinzubeziehen. So stammen jeweils zwei Filme von schwarzen und weißen Regisseuren – die Hauptfiguren sind aber alle schwarz mit einer Ausnahme (eine zusätzliche weiße Protagonistin in The Help). Da in vielen Filmen über Rassismus und Bürgerrechte v.a. Männer die Hauptpersonen sind, wurde darauf geachtet, auch Geschichten über Frauen einzubringen, sodass eine ausgewogene Diskussionsgrundlage geschaffen wird. Es sind sowohl ernste, düstere und drastische Töne wahrzunehmen, als auch leichtere, ja sogar lustige und zuversichtliche. Durch die verschiedenen Stationen und die unterschiedliche Machart ergibt sich eine Fülle an Interpretations- und Betrachtungsmöglichkeiten. Denn jeder dieser Filme wurde für Details der Darstellung oder Umsetzung kritisiert, wenngleich sehr häufig die Schauspielerleistungen gelobt wurden.

Interessant in der Darstellung sind insbesondere die verschiedenen Formen, die Diskriminierung und/oder Rassismus annehmen können: von ständiger Erniedrigung und brutaler Gewalt in Twelve
Years a Slave
über Armut und Diskriminierung von Frauen in der eigenen Gemeinschaft in Die Farbe Lila bis hin zu Formen von psychologisch-verbaler Gewalt und moderner „Sklaverei“ in The Help und Der Butler. Diese Filme treffen einen empfindlichen Nerv: Zwischen den Zuständen im 19. Jh. und denen im 20./21. Jh. mögen jeweils Welten des politischen Fortschritts liegen (Abschaffung der Sklaverei, später dann Durchbruch der Bürgerrechtsbewegung), doch eine Veränderung der Grundeinstellung vieler Menschen ist dadurch nur bedingt gegeben. Genau aus diesem Grund sind Rassismus und Diskriminierung immer noch an der Tagesordnung, wenn auch wiederum in veränderter Form.

Zum Abschluss noch eine interessante Beobachtung: Twelve Years a Slave, als Film über das historische Phänomen der Sklaverei, war der Favorit bei den diesjährigen Oscars. Nächster Halt: Fruitvale Station hingegen, der sich mit gegenwärtigen Vorurteilen den Schwarzen gegenüber und den Folgen davon befasst, fand keine Beachtung. Dieser wurde dafür auf einer Reihe wichtiger Festivals nominiert und ausgezeichnet.

Text: Natalie Kurz

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