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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Neuer deutscher Film - Abgrund und Neubeginn

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  20.01.2015  20:00 Uhr  Dt. OV  Zeit der Kannibalen
 Dienstag  27.01.2015  20:00 Uhr  Dt. OV  Stereo
 Dienstag  03.02.2015  20:00 Uhr  Dt. OV  Kreuzweg
 Dienstag  10.02.2015  20:00 Uhr  Dt. OV  Love Steaks
[Vom 20.01. bis 10.02.2015] Es ist irgendwie seltsam hier. Was die Filme angeht... Oder etwa nicht? In Deutschland wird richtig viel gedreht, das einwohnerstärkste Land Westeuropas verfügt über alle Mittel, der Markt ist riesig, die Infrastruktur vorhanden. Angesichts dessen ist der Ausstoß an wirklichen guten, künstlerisch oder gesellschaftlich relevanten Filmen so unterm Strich gesehen eher bescheiden. Richtig teure Kino-Produktionen lassen sich besser in Frankreich auf die Beine stellen, deutschsprachige Fernsehserien können international nicht mithalten, Produktionsstudios beklagen, dass es bei uns keine Stars gibt, die überregional bekannt wären. Auch auf den großen Filmfestivals laufen nicht viele deutsche Filme, im Wettbewerb in Cannes in manchen Jahren kein einziger. Und dennoch gibt es eine Reihe von herausragenden, international gefeierten Regisseuren. Eigenartigerweise sind Namen wie Fassbinder, Schlöndorff, von Trotta oder Herzog jedoch im Ausland fast bekannter als hierzulande. Auch die nachfolgende Generation wurde auf Festivals rund um den Globus ausgezeichnet, darunter Christian Petzold, Andreas Dresen, Angela Schanelec, Hans-Christian Schmid oder Oskar Roehler, um nur ein paar zu nennen. So richtig präsent sind ihre Filme jedoch nicht, im Fernsehen schon gleich gar nicht, die Werke von Tom Tykwer oder Fatih Akin wohl noch am ehesten.

Deshalb hatten wir vor einigen Jahren damit begonnen, uns die interessanten Seiten des deutschsprachigen Filmschaffens näher anzusehen, auch um dem Klischee entgegenzutreten, dass hierzulande ausschließlich seichte Unterhaltung produziert wird, belanglose Krimiserien oder Kinofilme über ohrenlose Hasen oder die Fußbekleidung indianischer Gottheiten. Wie aber sieht die nächste Generation an Filmemachern hierzulande aus? Steigt endlich der Anteil an Frauen im Regiefach? Welche Themen kommen auf die Leinwände?

Wir haben uns vier interessante, aktuelle Filme herausgepickt, alle von Newcomern oder zumindest doch jüngeren Regisseurinnen und Regisseuren. Alle vier liefen erst vor kurzem auf ambitionierten Filmfestivals wie dem Max-Ophüls-Festival oder der Berlinale, und haben dort meistens auch Auszeichnungen erhalten.

Die gemeinsame Klammer, die dieses Mal die Filme umfasst, könnte man mit "Abgrund und Neubeginn" umschreiben. Alle vier Filme erzählen eindrücklich von Menschen, die vor dem Nichts stehen (zum Beispiel Zeit der Kannibalen), vor einem entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben (beispielsweise Kreuzweg), vor dem Zusammenbruch oder einem totalen Umbruch (so Stereo oder Love Steaks), und wir können mitverfolgen, wie Sie ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen versuchen, das Schiff ihres Lebens umsteuern oder nach einem radikalen Schnitt ganz neue Wege ausprobieren.


Viel Spaß und interessante Entdeckungen wünschen

Text: Alexander Sancho-Rauschel und Katharina Hetze

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