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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Neuer deutscher Film

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  28.04.2015  20:00 Uhr  Dt. OV  Kriegerin
 Dienstag  05.05.2015  20:00 Uhr  Dt. OV  Wir sind jung. Wir sind stark.
 Dienstag  12.05.2015  20:00 Uhr  Dt. OV  Der Samurai
 Dienstag  19.05.2015  20:00 Uhr  Dt. OV  Wir waren Könige

Eskalation und Gewalt im deutschsprachigen Film

Wie kommt es dazu, dass der erste Stein fliegt? Welche Mechanismen führen dazu, dass eine Situation aus dem Ruder läuft, wer wirft warum den vielzitierten ersten Stein, den Molotowcocktail oder zieht die Waffe? Zu welchem Zeitpunkt nimmt der Wunsch, das Gegenüber zu treffen, Überhand über unseren natürlichen Respekt vor einem anderen Menschen – und warum?

Im Kino herrscht generell kein Mangel an Filmen, die solche Grenzüberschreitungen dramatisch ausmalen – oder gar genüsslich auskosten. Aber auch im jungen, unabhängigen Filmschaffen hierzulande sind Filme zu finden, die solche Eskalationen einsetzen – allerdings nicht nur als Selbstzweck, sondern um die Gewalt mit einer politischen oder zumindest dramaturgischen Aussage zu verknüpfen. Vier davon haben wir im Rahmen unseres Langzeit-Forschungsprojekts über das aktuelle deutschsprachige Filmschaffen heraus gesucht.

Dazu gehören Filme, die sich mit dem rechtsradikalen Milieu auseinandersetzen. Zwei besonders interessante zu diesem Thema haben wir hier ausgewählt: Einerseits die packende wie beklemmende Milieustudie Kriegerin über junge Frauen im Umfeld rechter Jugendgruppen - andererseits das eindringliche Experiment eines jungen Regisseurs, die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen drei Jahre nach dem Mauerfall in einem Spielfilm zu verarbeiten. Wir sind jung. Wir sind stark. riskiert einen völlig neuen Zugang zu Ereignissen, die keinesfalls als historisch und damit vergangen zu den Akten gelegt werden sollten.

Einen Blick in eine ganz andere Richtung wagt Wir waren Könige, der sich kritisch mit dem gewaltbereiten und weitgehend rechtsfreien Milieu beschäftigt, in dem sich Sondereinsatzkommandos (SEK) bewegen – und der mitunter sehr eigenwillige Interpretationen des staatlichen Gewaltmonopols offenbart.

Zu guter Letzt und um den politischen, mitunter schweren Stoffen nicht allein das Feld zu überlassen, zeigen wir mit Der Samurai ein poetisches Kleinod mit einer feinen Prise Trash. Wo lebt ein echter Samurai? Genau: In der brandenburgischen Provinz, und wenn er zum Schwert greift, blüht nicht nur der Klatschmohn rot auf den Feldern...

Viel Spaß mit der aktuellen Auswahl, die für treue aka-Besucherinnen und -Besucher garantiert interessanten Gesprächsstoff bietet - und spannende Vergleiche zwischen den vier so ganz unterschiedlichen Filmen ermöglicht.

Text: Alexander Sancho-Rauschel und Katharina Hetze

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