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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Kleiner Mensch in der großen Welt

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  03.11.2015  20:00 Uhr  En. OmU  Walhalla Rising
 Dienstag  10.11.2015  20:00 Uhr  stumm  Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens
 Dienstag  17.11.2015  20:00 Uhr  En. OmU  Koyaanisqatsi
 Dienstag  24.11.2015  20:00 Uhr  Dt. OV  Aguirre, der Zorn Gottes
Wie klein und unbedeutend der Mensch nur ist: Ganze Jahre braucht er, um etwas mit viel Mühe aufzubauen und dann benötigt die Natur nur ein kleines Erbeben, um all die ganze Arbeit zunichte zu machen. Letztendlich ist der Mensch nur eine sehr kleine und erst kürzlich erschienene Lebensform auf einem sehr alten Planeten. Dessen ungeheure Mächte sind sehr viel stärker und größer, als es sich der Mensch auch nur vorstellen kann. Dennoch versucht er stetig, sich über sie zu erheben. Doch keine vom Menschen jemals entwickelte Waffe kann mit einen Meteoriteneinschlag verglichen werden und kein Kraftwerk kann auch nur annährend so viel Energie produzieren, wie von Blitz und Donner entfesselt wird.

Was kann also der Mensch gegen so einer Übermacht unternehmen? Nicht viel außer sich einzubilden, Zentrum der Welt zu sein und die Natur beherrschen zu können. Doch diese Illusion ist leicht zu entblößen, sobald er sich auf engsten Kontakt mit ihr konfrontieren muss. Der amerikanische Autor H. P. Lovecraft schrieb: "Der Mensch wird verschwinden. Andere Tierrassen werden erscheinen und wieder verschwinden. Und alles, was die Menschen tun, hat keinen Sinn in der zufälligen Bewegung der Naturgewalten." Genau hier setzt diese Filmreihe an.

Schon 1922 erschuf der deutsche Regisseur F.W. Murnau mit seinem Kultklassiker Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens den Vampir Orlok, eher Tier als Mensch, ausgestattet mit einer nahezu unaufhaltbaren Kraft der Natur, die Menschen hinwegfegt ohne jegliches Interesse an ihnen zu offenbaren. In Godfrey Reggios Koyaanisqatsi ist der Versuch des Menschen dargestellt, den Kräften der Natur zu trotzen und seine eigene Kulturwelt zu schaffen. Mit seiner Zivilisationskritik regt Reggio zum Nachdenken an: Das mögliche Scheitern führt notwendigerweise zur Konfrontation mit der Natur selbst und einer Welt, der wir gleichgültig sind. Walhalla Rising und Aguirre, der Zorn Gottes beantworten die Frage nach dem Platz des Menschen in der Welt dahingehend, dass eine so hochmütige Einstellung nur zum Wahnsinn führen kann, oder zum Eingeständnis, dass ein jeder letztendlich ein Nichts ist, keine auserwählte Lebensform, kein überragendes Geschöpf, kein Gott.

Text: Giorgio Chiara

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