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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

A Girl, a Gun and a Trenchcoat

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  26.11.2015  20:00 Uhr  En. OmU  Die Spur des Falken
 Donnerstag  03.12.2015  20:00 Uhr  DF  Der eiskalte Engel
 Donnerstag  10.12.2015  20:00 Uhr  En. OmU  L.A. Confidential
 Dienstag  15.12.2015  20:00 Uhr  Chin. OmU  Feuerwerk am hellichten Tage

Die Geschichte des Film noir

Es ist Nacht. Der Nebel liegt schwer in den Straßen der Stadt. An einer Ecke steht ein Mann in einem Trenchcoat in einem Hauseingang und raucht. Auf einmal hört man Schritte im Nebel. Eine geheimnisvolle schöne Frau taucht auf. Der Mann tritt aus dem Hauseingang und zieht einen Revolver...

Halt Stop! Ich will doch gar keine Geschichte erzählen. Aber wenn man eine Einleitung für eine Film-noir-Reihe schreiben will, hilft es sich in die einzigartige Stimmung dieses Genres zu versetzen. Denn die oben beschrieben Szene taucht so oder so ähnlich in den meisten klassischen Noir-Filmen auf. Darüber hinaus ist sie auch ideal, um das Genre zu definieren. Alle wichtigen Elemente sind enthalten: a girl, a gun and a trenchcoat. Noir-Filme sind düster, die Figuren undurchsichtig und moralisch fragwürdig. Die Männer, abgehalfterte Detektive oder Polizisten, Kriminelle und Mörder, sind berechnend und brutal, lassen sich von den nicht minder berechnenden Frauen – oft im Typus der femme fatale – spielend um den Finger wickeln. Es wird gesoffen und geraucht, es wird geschossen und das Wetter ist meistens auch nicht besonders. Der klassische Film noir der 40er und 50er Jahre zeigte nicht die glatte, saubere, glamouröse Oberseite der Filmwelt Hollywoods, sondern die dreckige Unterseite. Zugleich war er lange Zeit aber die einzige Möglichkeit, innerhalb des von rigiden Moralvorstellungen geprägten Zensursystems von jenen Dingen zu berichten, die in der Gesellschaft schief liefen – nicht umsonst haben New-Hollywood-Regisseure wie Arthur Penn oder Martin Scorsese den Gangsterfilm benutzt, um die alten Strukturen aufzubrechen...

Die Reihe möchte die Entwicklung des Genres vom klassischen Film noir bis in die Gegenwart nachzeichnen. Den Anfang macht als Vertreter der klassischen Phase Die Spur des Falkens, John Hustons Regiedebüt und eine Paraderolle für einen der großen Schauspieler des Film noirs: Humphrey Bogart. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Film noir auch in Europa populär. Vor allem in Frankreich wurden eigene Filme gedreht. Der eiskalte Engel von Jean-Pierre Melville zeigt Alain Delon als Auftragskiller, dem ein fataler Fehler unterläuft. Auch in Amerika wurden nach dem Ende der klassischen Ära weiterhin Filme mit Elementen des Film noir gedreht. Als Vertreter dieser Neo-Noirs zeigen wir L.A. Confidential, eine hochkarätige Geschichte über grundverschiedene Cops, die im Hollywood der 50er Jahre einem Prostitutionsring auf der Spur sind. Den Abschluss der Reihe bildet der neuste Film der Reihe: Feuerwerk am hellichten Tage, ein chinesischer Film, der 2014 auf der Berlinale den Goldenen Bären gewann. Chinesische Filmemacher haben in den letzten Jahren den Film noir als Mittel entdeckt, über das China jenseits der strahlenden Aufnahmen des Staatsfernsehens zu erzählen – mit beeindruckenden Resultaten.

Eine weitere aktuelle Filmreihe widmet sich dem Hippie-Noir, einer neueren Herangehensweise an das Genre.

Text: Sebastian Petznick

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