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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Im Osten geht die Sonne auf

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  24.05.2016  20:00 Uhr  Poln. OmU  Katyń
 Dienstag  31.05.2016  20:00 Uhr  Poln. OmU  Wałęsa. Der Mann aus Hoffnung
 Dienstag  07.06.2016  20:00 Uhr  Poln. OmeU  Oberst Kwiatkowski
 Dienstag  14.06.2016  20:00 Uhr  Poln. OmeU  Jasminum
Bis zu den vergangen Parlamentswahlen in Polen am 25. Oktober 2015 waren die Berichte der deutschen Medien über Polen knapp. Es gab doch auch keine besonderen Anlässe, über die man hätte berichten können, oder? In Polen lief doch alles gut. Allein die BIP-Wachstumsrate des Landes (2011 bei 4,8%) zählt seit Langem zu den höchsten innerhalb der EU. Im Dezember 2014 wird sogar der damalige polnische Ministerpräsident Donald Tusk zum Präsidenten des EU-Rates gewählt. Kurz: Polen gilt seit dem Eintritt in die EU 2004 als ein Musterbeispiel. Es ist ein modernes, der Zukunft zugewandtes Wirtschaftswunderland.

Stop, stop, stop. Polen galt als ein Musterbeispiel innerhalb der EU. Die letzten Parlamentswahlen in Polen ändern nämlich alles. Die Partei PIS von Jaroslaw Kaczynski bekommt mit 37,6% aller Stimmen die absolute Mehrheit in den beiden Kammer des polnischen Parlaments, dem Sejm und dem Senat. Einen Tag später titelt die ZEIT: "Polen auf Orbáns Weg".

25.10.2015, 2004, 37,6 % : Zahlen sind eine Bereicherung für den Menschen. Doch versucht man ein Land nur nach Zahlen und Statistiken zu analysieren, dann vergisst man einen Parameter: den Menschen. Diese Filmreihe versucht nicht auf die möglichen Gründe für die radikale politische Veränderung in Polen einzugehen. Vielmehr versucht sie darzustellen, dass Polen - wie jedes Land - und auch trotz einer nationalistischen und weltfremden Regierung, gefüllt ist von Vielfalt. Menschen die lieben, lachen und weinen. Ein Land, in dem Gegensätze bestehen und eine eigene Kultur lebendig ist. Polen ist nicht Ungarn. Polen ist nicht nur Kaczynski.

Im Osten geht die Sonne auf versucht einen tieferen Einblick in die polnische Gesellschaft, Geschichte und Kultur zu ermöglichen, durch Filme, die aus Polen kommen und in Polen Anerkennung fanden. Deswegen werden vier Filme aus drei verschiedenen Bereichen gezeigt: eine Satire, eine Erzählung und zwei historische Filme. Ein besonderes Augenmerk wird auf das totalitäre, kommunistische Regime der UdSSR geworfen. Wie kein anderes Land prägte Russland die heutige polnische Gesellschaft.

Der erste Film Katyń erzählt die Geschichte des Massakers von Katyn. Die Wucht dieser im Westen weitgehend unbekannten Ereignisse prägt die polnische Politik bis heute. Wałęsa. Der Mann aus Hoffnung erzählt die unglaubliche Geschichte von Lech Wałęsa, einem Elektriker, der den Fall des russischen Regimes einleitet, indem er zum Anführer der größten unabhängigen Gewerkschaft im Ostblock wurde: der Solidarnosc (zu deutsch Solidarität). Und schließlich zum ersten Präsidenten in der Geschichte Polens, der demokratisch und direkt vom polnischen Volk gewählt wurde. Der Kultfilm Oberst Kwiatkowski aus dem Jahr 1996 zeigt, dass Polen und Polinnen anders ticken. Kaum hat man die Freiheit unzensierte Filme zu drehen, lacht man sich schief über die wirklich "lustigste" Zeit in der polnischen Geschichte: 1945. Den Abschluss der Reihe bildet Jasminum. In den letzten zehn Jahren zählt dieser zu den meistgewürdigten Filmen in Polen. Auf träumerische und ergreifende Art wird aus der Sicht eines kleinen Mädchens ein Blick auf die Fragen und Ziele des Lebens geworfen.

Ziel der Filmreihe ist es, dass man sich danach der polnischen Gesellschaft näher fühlt als zuvor, und das Länderspiel Deutschland-Polen am 16. Juni richtig spannend wird. So soll ein kleiner Beitrag gegen die fortschreitende Entfremdung zwischen den europäischen Kulturen geleistet werden, die durch die Bewältigung der Flüchtlingskrise und der Etablierung von "EU-kritischen" Parteien noch
weiter befeuert wird.

Text: Jan Kuzior

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