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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Europäischer Filmpreis 2015

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  19.04.2016  20:00 Uhr  Fr. OmU  Das brandneue Testament
 Dienstag  26.04.2016  20:00 Uhr  En. OmU  45 Years
 Dienstag  03.05.2016  20:00 Uhr  En. OmU  Ewige Jugend
 Montag  09.05.2016  20:00 Uhr  En. OmU  Das Märchen der Märchen
Nun ist also schon wieder ein ganzes Jahr ins Land gegangen, seit wir euch unsere Filmreihe zum Europäischen Filmpreis 2014 gezeigt haben. Und wie das so ist mit alljährlichen Veranstaltungen, wurde deshalb auch schon wieder ein neuer, nun ja, Europäischer Filmpreis verliehen, nämlich der Europäische Filmpreis 2015. Europäischer Filmpreis. So ein unhandliches Wort; ich habe es letztes Jahr gesagt und ich sage es heuer wieder: wenn der Preis noch "Felix" heißen würde wie in den 1990ern, dann wäre nicht nur dieser erste Absatz um Längen weniger klobig ausgefallen, nein, der Europäische Filmpreis würde auch nicht halb so technokratisch anmuten wie er es als "Europäischer Filmpreis" tut. Die neue Statuette ist allerdings weiblich, also wohl eher kein Felix. Wer hätte gedacht, dass "Europäischer Filmpreis" ein Frauenname ist...

Die ganze Technokratiegeschichte ist – und auch das bleibt wie 2014 – aber eine traurige Fehleinschätzung, denn eigentlich ist der verkappte Felix ein Preis mit enormem Potential: wo die Oscars mit Prunk und Glamour protzen müssen, könnte er/sie sich selbstsicher zurücklehnen und entspannt auf die pure cineastische Pracht weisen, welche sich alljährlich (nicht so wirklich) in seinem Namen versammelt findet. Der... Europäische Filmpreis... ist eigentlich die Champion's League des hiesigen Filmbetriebs, das große Ringen der prestigeträchtigen Festivalsieger und hochgelobten Landespreisträger um die Krone des Europäischen Films. Man verzeihe den Kalauer, aber: ganz großes Kino.

Außerdem liefert so ein Preis dem geneigten Publikum genau die Art Gelegenheit zur hitzigen Debatte um des Kaisers Bart, die es sich für gewöhnlich nicht entgehen lässt; die Art Debatte, die man in allen Medien landauf- und abwärts bezüglich der Oscars um die Ohren gehauen bekommt, ohne sich so richtig mit Inbrunst darauf einlassen zu wollen. Aber wenn der neue Sorrentino die silberne Trophäe abräumt, wie dieses Mal geschehen, dann hat man plötzlich allen Grund, es besser zu wissen: der letzte, La Grande Bellezza, das war doch der weit bessere Film! Und überhaupt, Victoria war eh besser, und lief auch vor völlig ausverkauftem Haus im aka! Oder doch Ex Machina? Oder was abwegigeres, Sture Böcke? Zeigen wir schließlich auch beide.

Kurzum: Es wäre jene eine bessere Welt, in welcher mehr Menschen vom Europäischen Filmpreis wüssten. Deshalb also auch dieses Jahr wieder eine Reihe, mit dem Preisträger Ewige Jugend und weiteren Perlen aus der langen Auswahlliste. Ich kann nur jedem empfehlen, sich mal intensiver mit den Filmen zu befassen, die da für würdig erachtet werden, für den ganz großen Preis nominiert zu sein. Champion's League Kino, ehrlich.

Und weil nicht nur ich das so sehe, haben wir uns entschieden, die Auswahl und Vorstellung der Filme diesmal breit gestreut im aka zu verteilen. Jeder Film in dieser Reihe wurde von einem akanauten ausgewählt, der der Meinung war, genau dieser Film sei die Art Perle, die man euch nicht vorenthalten könne (und wir hatten noch eine ganze Reihe Perlen in der Hinterhand, so gut ist die Vorauswahl). So sind es nun also neben Paolo Sorrentinos Ewige Jugend noch die vor Leben überlaufende Komödie Das brandneue Testament, das glänzend gespielte Ehedrama 45 Years, und der bildgewaltige Reigen von Das Märchen der Märchen geworden. Lasst euch überzeugen und bleibt dran am Europäischen Filmpreis, klobiger Nichtname hin- oder her.

Text: Elmar Offenwanger

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