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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Fucking Cinema

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  23.05.2017  20:00 Uhr  En. OmU  Love
 Dienstag  30.05.2017  20:00 Uhr  Fr. OmU  Der Fremde am See
 Dienstag  20.06.2017  20:00 Uhr  En./Fr. OmU  Die Träumer
 Dienstag  27.06.2017  20:00 Uhr  En. OmU  Shortbus

Das Kino und der Sex

Wer hat Angst vor Sex? Der Mensch, der Zuschauer, ...das Kino? Einerseits ist ja alles sexualisiert, nicht nur in der Werbung, sondern auch in nahezu jedem Blockbuster. Mühsam will sich eine Wonder Woman dagegen stellen, bleibt in ihrer leichten Bekleidung aber doch was für lüsterne Blicke. Andererseits hat das Kino Angst davor, wenn Woman diese Bekleidung fallen lässt. Und noch mehr Angst davor, wenn es Wonder Man tut, also ganz, mit Penis und allem. Das ist dann schon pornografisch. Oder einfach schwul. Oder nicht doch bloß ein nackter Körper?

Hier soll es um nackte Körper gehen, aber auch und allem voran um Sex. Und warum das Kino manchmal doch ganz mutig darauf zugreift. Um zu zeigen, was Liebe ist, was Angst ist, was der Trieb, was uns Menschen eigentlich ausmacht. Und zwar alle Menschen, egal ob hetero, homo, trans, anything, jung und alt. Und dazu müssen erst einmal die Kleider weg.

Gaspar Noé macht uns das mal vor. Mit Love zeigt er den Alltag eines verliebten, geilen Pärchens und damit auch schon dessen Schwierigkeiten. Denn zwischen tiefem Verlangen und Bindung spielen sich Dinge ab, die niemals einfach sind und manchmal auch schlicht das Ende bedeuten. Trotzdem bleibt dieser Sex- und Beziehungsstreifen wunderbar, in strahlenden Bildern, psychedelischen Rocksongs und hemmungsloser Lust. Verzweiflung in kraftvoll und lebendig. Das kann Sex. Wenn auch nur in hetero. In homo geht es in Der Fremde am See weiter. Schwule Männer treffen sich an einem traumhaften Badesee, aber plötzlich geschieht ein Mord. Oder war es nur die fiebrige Halluzination? Denn die bekommt viel Futter zwischen all den schönen Körpern, die sich in Geilheit ergeben und bald in Gefahr geraten. Liebe und Verlangen fordern auch die Angst.

Jenseits der Gefahr glauben sich die jungen Protagonisten in Die Träumer. Im Frankreich der Endsechziger glaubt man an die freie Liebe, flotte Dreier und Befreiung. Aber verwechselt man den Idealismus nicht mit bloßer Lust? Lässt sich beides überhaupt trennen? Zwischen Intellektualismus und Sex geht jedenfalls einiges. „Anything goes“ ist schließlich auch das Motto des letzten Films, Shortbus. Im gleichnamigen Sexclub treffen die verschiedensten Menschen zusammen. Ob hetero, homo, bi, ob trans oder cis. Ganz egal, denn vor allem verbindet dort die Liebe. Und über Liebe, wilden Sex findet man sich schließlich selbst. Fast kitschig, aber so skurril und überdreht und doch zärtlich, dass man diese Feier des Lebens einfach lieben muss. Und so endet die Reihe, in diesem Gewusel aller Wünsche und Träume, immer verbunden über die Lust, die dem Menschen nun mal eigen ist. Feiern wir hier also den Menschen!

Text: Fabian Lutz

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