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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Gesellschaftliche Außenseiter

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  08.05.2019  20:00 Uhr  Fr. OmU  Maman und Ich
 Mittwoch  15.05.2019  20:00 Uhr  En. OmU  Take Shelter – Ein Sturm zieht auf
 Mittwoch  22.05.2019  18:00 Uhr  En. OmU  Dogville
 Mittwoch  22.05.2019  21:00 Uhr  En. OmU  Manderlay
 Mittwoch  29.05.2019  20:00 Uhr  En. OmU  Der Elefantenmensch
Gesellschaften sind soziale Systeme. Sie bestehen aus Gruppen, verfügen über Mechanismen wie Inklusion und Exklusion sowie Schubladendenken. Manche Menschen werden an den Rand gedrängt und zu Außenseitern – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Manche lassen sich aber auch einfach nicht in eine Kategorie stecken und ecken dadurch an. Die Reihe Gesellschaftliche Außenseiter setzt sich mit dem Phänomen der Ausgrenzung aus cineastischer Perspektive auseinander.

Den Auftakt bildet die französische Komödie Maman und ich. Darin macht sich Guillaume fasziniert von allem Weiblichen die Gesten verschiedener Frauen zu eigen. Für sein Umfeld ist klar: Das Kind ist homosexuell. Doch für Guillaume sind seine Identität und seine Sexualität nicht so selbstverständlich. Vielmehr versucht er spielerisch sich selbst zu entdecken. Der Film zeigt gekonnt, wie schwer das sein kann, wenn einen alle schon von vornherein abgestempelt haben.

In Take Shelter entwickelt sich ein gutintegrierter Familienvater zunehmend zum Außenseiter. Denn er ist davon überzeugt, dass eine große Katastrophe droht. Während er sich wie die antike Kassandra vorkommt, glauben die Anderen, er sei vollkommen verrückt geworden. Sein Verhalten wird schließlich für Familie und Bekannten zur ernsthaften Belastungsprobe.

Eine weitere Perspektive nimmt Dogville ein. Im Film von Lars von Trier flieht eine junge Frau in ein abgelegenes Bergdorf. Die eingesessene Gemeinschaft ist zunächst alles andere als begeistert von der Anwesenheit der Fremden. Um bleiben zu dürfen muss sich die Frau besonderen Regeln beugen. Der Film wird im Double Feature mit seiner Fortsetzung Manderlay gezeigt. Darin erhält Grace die Möglichkeit, eine Gemeinschaft nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

Abgeschlossen wird die Reihe durch David Lynchs Der Elefantenmensch, dessen Protagonist aufgrund seines durch eine Krankheit entstellten Aussehens nicht mehr als Mensch behandelt wird. Er wird auf Jahrmärkten ausgestellt und von Ärzten vorgeführt. Dass sich hinter seinem Äußeren eine sensible Seele verbirgt, fällt dabei kaum jemandem auf.

Sei es wegen ihres Auftretens, ihrer Annahmen, ihrer Fremdheit oder ihres Aussehens, alle Protagonist*innen erleben gesellschaftliche Ausgrenzung. Vollzieht sich dies im Falle Guillaumes noch subtiler, so nimmt das Phänomen beim Elefantenmenschen seine krassesten Züge an.

Text: Valentina Escherich

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