aka-Filmclub.de

Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Naturgewalten

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  14.05.2019  20:00 Uhr  En. OmU  Jane
 Dienstag  21.05.2019  20:00 Uhr  Dt. OV  Safari
 Dienstag  28.05.2019  20:00 Uhr  En. OmU  Blackfish
 Dienstag  04.06.2019  20:00 Uhr  En. OV  Grizzly Man
Vielleicht ist es ein neuzeitliches, urbanes Phänomen, dass viele Menschen sich nach einer möglichst direkten und authentischen, vielleicht sogar möglichst gefährlichen, Interaktion mit der Wildnis sehnen. Und so zieht es nicht nur Forscher*innen an die entlegensten Orte des Planeten, um die Naturgewalten der Tierwelt aus nächster Nähe bestaunen zu können. Doch selbst Menschen, die mit gesunder Neugier und besten Intentionen in die Wildnis aufbrechen haben einen ungeahnten Effekt auf die natürlichen Lebensräume der Tiere, die letztendlich immer die Leidtragenden von menschlichen Interventionen bleiben.

Im Fokus dieser Reihe steht weniger die Tierwelt selbst, sondern die Auseinandersetzung mit der menschlichen Entscheidung, sich in möglichst direkte Konfrontation mit ihr zu begeben. Die gewählten Dokumentarfilme beleuchten hierbei die menschliche Faszination mit der Wildnis und die möglichen Folgen für Mensch und Tier. Während dieses ambivalente Verhältnis in unzähligen Spielfilmen stilisiert und romantisiert wurde, erlauben diese Dokumentationen eine realistische und tiefgreifende Betrachtung der Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur.

Der erste Film der Reihe präsentiert Archivaufnahmen der bahnbrechenden Arbeiten der britischen Verhaltensforscherin Jane Goodall, die seit den 60er Jahren in Tansania die Lebenswelt der Schimpansen erforscht. Obwohl der Film sich sicherlich am wenigsten explizit kritisch mit dem Einbruch des Menschen in natürliche Lebensräume der Tierwelt beschäftigt, werden die schwerwiegenden Folgen der Intervention in den beeindruckenden Dokumentaraufnahmen durchaus sichtbar. Der Film vermittelt hierbei vor allem auch die menschliche Faszination mit der Wildnis, deren negative Auswirkungen gerne ausgeblendet werden.

Ulrich Seidls Safari untersucht dagegen umso direkter, wie diese Faszination in Perversion umschlagen kann. Mit seinen Beobachtungen deutscher und österreichischer Touristen bei der Großwildjagd in Namibia ergründet Seidl, wie das Erlebnis der Wildnis in den Köpfen der „Jäger“ mit einer kommerzialisierten Tötungsindustrie und Trophäenjagd zusammenpassen kann.

Das Geschäft mit der Wildnis spielt auch in Blackfish eine tragende Rolle. Der Film erzählt die Geschichte des Orcas Tilikum, der 30 Jahre in Gefangenschaft in nordamerikanischen Meeres-Themenparks gehalten wurde. Mit einer intensiven Betrachtung der Zustände in solchen Anlagen demonstrieren die Filmemacher*innen, dass das Geschäft mit der Wildnis selbst ausgewachsene Meeressäuger in die Depression stürzen kann.

Im letzten Film der Reihe, Grizzly Man, geht es schließlich um den selbsternannten Bären-Liebhaber und Naturschützer Timothy Treadwell, der über 15 Jahre hinweg in nächster Nähe mit Grizzlies in Alaska lebte. Treadwells Überheblichkeit und Drang zur Selbstdarstellung demonstrieren eindrucksvoll, mit welcher wahnwitzigen Hybris manche Menschen in die Wildnis ziehen, ohne die Regeln dieser Lebensräume zu kennen oder verstehen zu wollen.

Text: Paulo Holldack und Raphael Steinhilber

News
Umzug WS2019/20
Aktuelles Programm
Filmreihen
Specials
Programmübersicht
Archiv
HighNoon Film-e-Zine
Über uns...
Links
Kontakt

HighNoon