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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Leinwandrausch – Drogen und Film

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  21.01.2020  20:00 Uhr  Tschech. OmU  Bufo Alvarius: The Underground Secret
 Dienstag  28.01.2020  20:00 Uhr  Dt. OV  Contact High
 Dienstag  04.02.2020  20:00 Uhr  En. OmU  Requiem for a Dream
 Dienstag  11.02.2020  20:00 Uhr  En. OmeU  The Trip
LeinwandrauschWer seriös und diplomatisch agieren will, benutzt den Begriff am besten erst gar nicht. Ob
Cannabis-Legalisierung, Heroin-Opfer oder Bewusstseinserweiterung, wer „Droge“ sagt, meint
das selten wertungsfrei. Ein Kampfbegriff. Kein Wunder also, dass sich das Kino mit Freude darauf

stürzt. Bessere Promotion bekommt man nicht. Wilde Rauschzustände, Panikattacken, pure Ekstase.
Drogen bedeuten Drogenromantik, ob in düsteren oder grellen Farben. Und als suggestiver
Möglichkeitsraum ist das Kino der beste Ort für diese Erfahrung, will man auf den Drogenkonsum
selbst lieber verzichten.

Die Reihe Leinwandrausch – Drogen und Film widmet sich der besonderen Beziehung zwischen Rauschmittel und Kino. Denn es stellen sich einige Fragen. Zeigt das Kino den Drogengebrauch, die Drogenuser, die Drogenopfer oder zeigt es den Rausch, wird es gar zur Droge selbst? Und welche Aspekte des Drogenkonsums werden behandelt? Geht es bloß um Drogen als geile Spaßmacher oder auch um Süchte, Ängste, Psychosen? Die Antwort auf all diese Fragen liegt klar: Kino macht all das. Es feiert, dämonisiert, beobachtet still oder weiß es selbst nicht genau. Bei all den Filmen dieser Reihe bleibt deutlich, dass es keine einfachen Antworten gibt. Drogengebrauch führt immer wieder auf den Menschen zurück und der ist naturgemäß komplex.

Getrockneten Krötensaft rauchen und abheben. Davon handelt der erste Film der Reihe Bufo Alvarius: The Underground Secret. Die Dokumentation beschreibt den spirituellen Aspekt der Drogenerfahrung. In einem schamanischen Ritual entdecken die Filmmacher*innen den womöglich stärksten psychoaktiven Stoff der Welt, 5-MeO-DMT. Der Film berichtet von den unmittelbaren Erfahrungen, visualisiert sie und lässt auch Drogenexperten sprechen. Der Regisseur wird im Anschluss mit den Zuschauer*innen über seinen Film diskutieren!

Was aber bleibt nach den Erkenntnissen des Drogenkonsums? Spaß und Hedonismus! In Contact High werden zwei junge Männer durch magische Pilze und Ecstasy auf einen Trip geschickt, der viele skurrile Begegnungen kennt. Ein klassischer Beitrag zur Drogenkomödie, denn Grenzzustände sind vor allem dann komisch, wenn sie mit der Realität kollidieren. Und Kollisionen bietet der Film zur Genüge.

Überhaupt nicht mehr lustig, sind die Kollisionen, wenn es sich um Sucht und Entfremdung handelt. Requiem For A Dream zeigt Figuren, die im Drogenkonsum Wärme, Spaß und Zuversicht verspüren, von diesem Gefühl schließlich aber abhängig werden. Währenddessen vergessen sie Beziehungen, tatsächliche Nähe und leben nur noch als Opfer einer magielosen, chemischen Substanz.

Opfer einer Substanz wird auch Peter Fonda im letzten Film der Reihe, The Trip. Ein Film, der noch in der Hippie-Zeit produziert wurde, aber schon aufzeigt, wo die Gefahren liegen. Ein Mann geht auf einen LSD-Trip, verliert sich aber in verrückten Angstvisionen. Kehrt er zurück oder bleibt er hängen? The Trip spielt mit der Faszination, aber auch der Verstörung, die Drogen bieten. Wunder oder Psychose? Die Antwort müssen die Zuschauer*innen selbst entdecken. Drogen sind kein Wunschprogramm, Filme hingegen schon.

Text: Fabian Lutz

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