aka-Filmclub.de

Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Stop-Motion – die Illusion von Bewegung

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  26.11.2019  20:00 Uhr  En. OmU  Isle of Dogs – Ataris Reise
 Dienstag  03.12.2019  20:00 Uhr  En. OmU  Anomalisa
 Dienstag  10.12.2019  20:00 Uhr  Span. OmU  La Casa Lobo
 Dienstag  17.12.2019  20:00 Uhr  En. OmU  Coraline
StemsIm Grunde ist jeder Film eine Aneinanderreihung von Standbildern, die in ihrer Abfolge die Illusion
von Bewegung erzeugen. Warum also sich die Mühe machen und jede Minute Film in tagelanger Kleinarbeit zusammenstellen? Mit der Entwicklung von digitalen Alternativen könnte man meinen, Stop-Motion sei heute überflüssig
. Doch für viele hat die Technik nichts von ihrem Reiz verloren. Das gilt für etablierte Regisseure wie Wes Anderson oder Guillermo del Toro genauso, wie für Lego Stop-Motion Enthusiasten und andere erste filmische Experimente. Die Reihe zeigt vier Filme und Kurzfilme aus den letzten Jahren, die beweisen, wie vielseitig diese Herstellungsweise einsetzbar ist. Sowohl technisch als auch thematisch.

Stop-Motion ist eine der ältesten Techniken im Film und war lange Zeit die beste Möglichkeit, um Spezialeffekte zu erzeugen. So setzte sie unter anderem Georges Méliès in vielen seiner Filme, wie auch in Reise zum Mond (1907) ein, um Dinge plötzlich auftauchen zu lassen. Etwas später wurde Ray Harryhausen für seine Monster, wie King Kong (Mighty Joe Young, 1949) berühmt. Mit der gleichen Technik, einem Metallskelett mit Kugelgelenken und einem Silikonkörper, werden heute noch viele Stop-Motion Figuren hergestellt.

Am Prozess hat sich also in den letzten 100 Jahren nicht viel verändert. Jede Sekunde Film muss aus 24 einzelne Aufnahmen zusammengesetzt werden. So kann es vorkommen, dass wenige Minuten lange Szenen über mehrere Wochen gedreht werden. Und bevor der eigentliche Animationsprozess beginnen kann, müssen bei Filmen wie Coraline oder Isle of Dogs in aufwändiger Kleiarbeit Figuren, Kostüme und Bühnenbilder hergestellt werden. Auch die Dialoge werden noch vor dem Dreh aufgenommen, damit die Mundbewegungen der Figuren genau mit dem Gesagten übereinstimmen. Dennoch kommen auch diese scheinbar analogen Filme heute nicht mehr ohne digitale Nachbearbeitung aus, zum Beispiel um Seile und Stützen nachträglich aus den Aufnahmen zu entfernen.

Trotz ihres Rufs, meist bei Kinderfilmen zum Einsatz zu kommen, eignet sich Stop-Motion auch für die Auseinandersetzung mit ernsten Themen, wie Anomalisa und La Casa Lobo in dieser Filmreihe beweisen. Dabei haben auch kindertaugliche Stop-Motion Filme oft eine düstere Seite. Vielleicht weil mit dieser Technik Bedrohliches gut greifbar gemacht werden kann, aber gleichzeitig abstrakt genug bleibt, um mit etwas Distanz betrachtet zu werden. Die Technik bietet Möglichkeiten und kreative Freiheiten, die man mit Schauspielern oft nicht hätte, wirkt aber gleichzeitig wirklicher als
Computeranimation.

Dabei ist neben der Liebhaberei und der Nostalgie wohl auch der finanzielle Aspekt wichtig. Denn trotz der zahlreichen Arbeitsstunden, die für die Herstellung von Figuren und Sets sowie die Animation nötig sind, kostet dieses Verfahren immer noch weniger, als computeranimierte Filme. Was auch immer es genau ist, das den Reiz von Stop-Motion ausmacht, es lassen sich mit ihr spannende Ideen umsetzen und sehenswerte Filme machen.

Text: Anna Mikovic & Julius Schmid

News
Umzug WS2019/20
Aktuelles Programm
Filmreihen
Specials
Programmübersicht
Archiv
HighNoon Film-e-Zine
Über uns...
Links
Kontakt

HighNoon