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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Jean-Luc Godard

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  22.10.2002  20:00 Uhr  OmU, s/w  Außer Atem
 Mittwoch  23.10.2002  20:00 Uhr  OmU, s/w  Die Geschichte der Nana S.
 Donnerstag  24.10.2002  20:00 Uhr  OmU, s/w  Alphaville
Jean-Luc Godard ist wohl einer der bedeutendsten Regisseure des Europäischen Kinos des 20. Jahrhunderts. Da 2002 drei seiner Filme restauriert auf schönen 35mm-Kopien in OmU erschienen, zeigen wir euch diese in einer kleinen Godard-Woche: Sein Debüt (heute als Klassiker bekannt) Außer Atem; das Film-Essay - und die gleichzeitige Liebeserklärung an Anna Karina, seine erste Frau – Die Geschichte der Nana S. und den Science-Fiction Film Alphaville. Diese drei Filme seiner ersten Phase bieten einen guten Einstieg in sein umfangreiches und erfahrenswertes Werk.

Godard, 1930 in Paris geboren, arbeitete in den 50ern zunächst als erfolgreicher Filmkritiker der Filmzeitung ‚Cahiers du Cinema’. Es war ein kreatives Team damals, denn genau wie ihm gelang auch François Truffaut, Jacques Rivette und Eric Rohmer u.a. die Karriere vom Filmkritiker zum Filmemacher. Diese jungen Regisseure nannten sich ‚Nouvelle Vague’, da in ihren Filme neue Regeln herrschten - oder zumindest die traditionellen nicht mehr.

Jean-Luc Godard über den Beginn: „Das Schreiben war eine Art, Filme zu machen (...) für uns war das ein Mittel, um uns dem Film zu nähern.“. „Als ich zwanzig war hatte ich bereits Unmengen an Filmen gemacht. Nur hatte sie niemand gesehen, da ich sie nicht gedreht hatte. Sie existierten nur in meinem Kopf“.

Durch seine Arbeit als Kritiker wusste er genau, was ihn am damaligen französischen Kino störte. So versucht er, genau dies anders zu machen. Er sammelte z.B. Wörter, die in Filmen nie gesagt wurden und ließ seine Figuren über Themen reden, die im Film nie vorkamen. Jean-Luc Godard gehört zu den wenigen Regisseuren, die nicht nur Herausragendes geleistet haben, sondern die ganze Filmsprache revolutionierten. Seine Schnitt-Technik, die Ton-Montagen und ungewöhnliche Kameraeinstellungen sind berühmt geworden und zeigten neue Wege, Film zu machen. Er schnitt z.B. erst später aus langen Dialogen die unwichtigen Teile weg, so dass eine Art Stenogrammstil entstand, der die authentische Stimmung eines Gesprächs vermittelt (Besonders schön in einer Bettszene in Außer Atem).

Godard ist auch ein kleiner Philosoph, ein Zeitgeistforscher, der seine Beobachtungen der Gesellschaft in Filmen zum Ausdruck bringt. Deswegen sind diese Filme auch so schön anzusehen. Sie regen einen zum Denken an über das Menschsein und das Leben. Es steckt viel Weisheit darin, nicht konkret ausgesprochen, aber zwischen den Bildern und Dialogen lesbar.

Text: Peter Brüstle, Marianne Mueller

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