aka-Filmclub.de

Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Tom Tykwer

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  18.10.2001  20:00 Uhr  OF  Lola rennt
 Dienstag  13.11.2001  19:45 Uhr  OF  Die tödliche Maria
 Dienstag  20.11.2001  19:30 Uhr  OF  Der Krieger und die Kaiserin
 Dienstag  15.01.2002  19:30 Uhr  OF, CinemaScope  Winterschläfer
Es war eine schicksalhafte Begegnung in frühester Kindheit die Tom Tykwers weiteren Werdegang bestimmen sollte: „Mit acht Jahren habe ich „King Kong“ gesehen, seitdem hänge ich am Kino wie am Tropf.“ „In der Schulzeit hatte ich einen Job als Filmvorführer – zehn Jahre lang habe ich praktisch nichts anderes getan, als Filme anzugucken. Aber irgendwann habe ich gemerkt, das genügt nicht. Man muß herausfinden, welche Geschichten man selbst erzählen will.“
Tom Tykwer? Nie gehört! Lola rennt – ja klar kenn’ ich den! Dieser Film steht weltweit für Deutsches Kino – und hinter diesem Film steht Tom Tykwer. Besser gesagt: er und sein Team, denn auf die enge Zusammenarbeit mit diesem legt er großen Wert. Betrachtet man die Stabangaben so fällt die enorme personelle Kontinuität auf Joachim Krol spielte in drei von vier Filmen mit, Nina Petri, Heino Ferch und Tykwers Lebenspartnerin Franka Potente in zweien. Frank Griebe war in allen vier Filmen für die Kamera verantwortlich. Den Soundtrack zu den letzten drei Filmen komponierte Tom Tykwer gemeinsam mit Johnny Klimek und Reinhold Heil selbst.
Tom Tykwer wurde 1965 in Wuppertal geboren und drehte bereits mit elf Jahren seine ersten Kurzfilme. Mit dreizehn begann er im Kino zu arbeiten, von den Filmhochschulen kamen jedoch nur Absagen. Seinen Weg vom Zuschauersessel hinter die Kamera ging er dennoch Schritt um Schritt. Nachdem er in verschiedenen Programmkinos gearbeitet und Erfahrungen als Ko-Autor, Produktions- und Regieassistent gesammelt hatte, übernahm er 1988 die Leitung des Moviemento-Kino in Berlin-Kreuzberg. Er schlug sich als Drehbuchlektor und Porträtregisseur durch, bis 1993 mit Die tödliche Maria sein erster Spielfilm in die Kinos kam. „Ich hatte mich bis über beide Ohren verschuldet. Kurz vor dem Ruin kam der erste ordentliche Auftrag“.
Als bester Nachwuchsregisseur wurde Tom Tykwer mit dem Bayrischen Filmpreis ausgezeichnet, nun ging es bergauf. Gemeinsam mit Dany Levy, Stefan Arndt und Wolfgang Becker gründete er die Produktionsfirma X-Filme Creative Pool. Bei Das Leben ist eine Baustelle arbeitete er 1997 als Koautor Wolfgang Beckers mit. Im gleichen Jahr folgte mit Winterschläfer sein zweiter Film der ihm euphorische Kritiken und ein Filmband in Silber brachte. Erst 1998 kam mit Lola rennt der Durchbruch: der Film gewann beim Deutschen Filmpreis in acht Kategorien (darunter bester Spielfilm und beste Regie) und wurde in 40 Länder verkauft. Das Konzept für seinen vierten Film Der Krieger und die Kaiserin war bereits vor dem Welterfolg von Lola rennt weitgehend fertig. Die Gefahr, vom Erfolg berauscht einen Aufguß alter Ideen zu machen, konnte er so geschickt vermeiden: Der Krieger und die Kaiserin ist ein eigenständiges Kunstwerk, das durch seine getragene Ruhe einen interessanten Kontrast zur rennenden Lola darstellt.
Tom Tykwer kann man ohne Übertreibung als einen der interessantesten, vielversprechendsten und erfolgreichsten deutschen Regisseure bezeichnen. Solange wir auf ein neues Meisterwerk warten müssen, wollen wir uns an den vier bisherigen erfreuen: dieses Wintersemester im Aka!

Text: Daniel Walter

News
Aktuelles Programm
Filmreihen
Specials
Programmübersicht
Archiv
HighNoon Film-e-Zine
Über uns...
Links
Kontakt

HighNoon