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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Edgar Alan Poe und die Sixties

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  21.01.2004  20:00 Uhr  DF  Der Rabe - Duell der Zauberer (CSH)
 Mittwoch  28.01.2004  20:00 Uhr    Die Verfluchten
Aus der Masse an Filmen, die Motive von E. A. Poe verwenden, ragt eine kleine Reihe besonders heraus: In den 60er Jahren entstanden in der B-Movie-Schmiede von Roger Corman acht Horrorklassiker nach Stories und Gedichten Poes, die Filmgeschichte geschrieben haben – obwohl sie als B-Movies mit einem äußerst geringen Budget gedreht worden waren. Was diese "kleinen" Filme abhebt von der Menge billiger Schock- und Horrorstreifen ist neben der ausdrucksstarken Gestaltungskunst Cormans ihre hochkarätige Besetzung: Schauspielgrößen wie Boris Karloff, Vincent Price oder der junge und noch unbekannte Jack Nicholson gehörten zu Cormans Stammbesetzung, aber auch andere Größen wie Peter Lorre konnte das findige Regiegenie für seine ambitionierten Projekte gewinnen. Mit The Fall of the House of Usher drehte Corman 1960 seinen ersten Poe-Film. Die geringen finanziellen Mittel setzte er so gekonnt ein, dass eine fazinierende, atmosphärisch dichte Version der gruseligen Geschichte um die verfluchte Familie gelang. 1963 folgte mit The Raven eine gelungene Horrokomödie. Price und Karloff spielten meisterhaft, schaurig-schön inszenierte der einfallsreiche Production-Designer David Haller Spukschlößer und Nebelwälder, eine Alptraumsequenz des jungen Hauptdarstellers verrät dem heutigen Betrachter einiges über ihre Entstehungszeit…, denn bei aller Finsternis lieben Roger Cormans Filme auch die visuellen Farb-Orgien der Sechziger.

Corman, der vor fünfzig Jahren als Drehbuchautor und Produzent seine Filmkarriere begann, wurde bald als "King of the B-Movie" gefeiert – zahlreiche seiner über 330 produzierten Filme ließen die teuren, oft aber phantasielosen Großproduktionen der Hollywoodriesen blass aussehen. Viele heutige Filmgrößen wie Coppola (Der Pate, Apokalypse Now), Scorsese (Taxi Driver), Cameron (Terminator, Titanic) oder Jack Nicholson verdanken seinem Blick für neue Talente ihre ersten Erfahrungen im Filmgeschäft.

Text: Alexander Sancho-Rauschel

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