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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Sehen als Blinde/r

Filme dieser Reihe:
 Freitag  05.11.2004  19:00 Uhr    Erbsen auf halb 6
 Donnerstag  11.11.2004  19:30 Uhr    Daredevil
 Montag  15.11.2004  20:15 Uhr    Vortrag: Actors in the dark – Blindheit im Spielfilm
 Freitag  19.11.2004  20:00 Uhr    Die Farben des Paradieses
Der Mensch ist ein “Sehtier”. Geschätzte 78% der Sinnesaufnahme geschehen visuell. Deshalb ist es für die meisten Sehenden schwer vorstellbar, wie man als Blinde bzw. Blinder zurechtkommen kann und mit derartig eingeschränkter Wahrnehmung überhaupt etwas von der Welt versteht. Zu zentral sind Bedeutungen wie harmonisierende oder unpassende Farben, die Attraktivität von Körpern oder Gesichtern, die “Macht der Bilder”, der Eindruck eines Bergpanoramas oder das Lesen von Gesichtsausdrücken und Gesten. Ein komplettes Weltbild und Sinnesleben bei Blinden erscheint dabei wie ein Wunder.
Die drei Filme dieser Reihe sollen die Normalität dieses Wunders ein wenig näher bringen. Es wird dargestellt, wie Protagonisten, für die es selbstverständlich ist, nicht zu sehen, die Welt erleben. Dabei wird deutlich, dass man mit jeglicher Art von Sinn alles begreifen kann. Sei es, dass der hochsensible Gehörsinn die Rolle der Augen übernimmt, wie es – wenn auch übertrieben – in dem amerikanischen Film Daredevil von Mark Steven Johnson dargestellt wird; sei es, dass offensichtlich wird, wieviel wichtiger als die Aufnahme der Information das richtige Verständnis des Wahrgenommenen ist, wie in dem iranischen Film Die Farben des Paradieses von Majid Majidi oder sei es, dass sich zwei Blinde verlieben und auf Umwegen quer durch Europa zueinander finden wie in dem deutschen Film Erbsen auf halb 6 von Lars Büchel.
Blindheit und Taubheit gegenüber anderen Menschen, ein fehlerhaftes und unvollständiges Bild der Welt ist viel mehr das Ergebnis von ignorantem Denken als von eingeschränkter visueller Wahrnehmung. Und ein gesundes Augenlicht schützt nicht vor Ignoranz. Diese von “Studieren ohne Hürden” (SOH) in Zusammenarbeit mit dem aka-Filmclub und dem Carl-Schurz-Haus veranstaltete Veranstaltungsreihe soll dazu beitragen, dass die Hürden gegenüber Blinden in unseren Köpfen abgebaut werden. Ergänzend zu der Filmreihe wird Florian Hilgers vom Institut für Behindertenpädagogik Hamburg einen Vortrag über die Darstellung blinder und sehgeschädigter Menschen im Spielfilm halten („Actors in the dark – Blindheit im internationalen Spielfilm“).
Für die Sehenden bieten die Filme den Einblick in die faszinierende Welt alternativer, nicht-visueller Wahrnehmung. Blinde oder Sehbehinderte können sich auf den Reichtum an bedeutungsvollen auditiven Eindrücken freuen.
Weitere Informationen zu SOH, dem im Februar 2001 gegründete Enthinderungsreferat der Universität Freiburg, gibt es im Internet unter www.studieren-ohne-huer.de

Text: Studieren ohne Hürden

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