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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Get Your kicks on Route 66

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  22.10.2003  20:00 Uhr  DF  Easy Rider
 Mittwoch  29.10.2003  19:15 Uhr  DF  Paris, Texas
 Mittwoch  05.11.2003  19:45 Uhr  OF  Bonnie & Clyde
 Mittwoch  12.11.2003  19:30 Uhr    Thelma & Louise
 Mittwoch  19.11.2003  19:30 Uhr  OF  Natural Born Killers
Auch wenn man beim Programm der Multiplexe manchmal das Gefühl hat, alle Filme würden aus Hollywood kommen, dem ist nicht so – und wir zeigen aus diesem Grunde auch immer wieder „anderes“ Kino: Dieses Semester z.B. eine Reihe zum Skandinavischen Kino, Asiatischen Kino und europäischen Autorenfilm. Dennoch: Viele neue innovative Ideen und Genres kommen aus Hollywood und haben sich aus der Auseinandersetzung mit der amerikanischen Gesellschaft und Landschaft gebildet, wie das Roadmovie, das in den 70er Jahren als Nachfolger des dahinsiechenden Westerns zum amerikanischen Genre schlechthin wird. Der erste Meilenstein des Roadmovies, Easy Rider, legte dabei wesentliche Konventionen des Genres fest: Eine Geschichte von Aussenseitern; die Reise als Metapher für (persönliche) Entwicklung; ein vorantreibender Soundtrack, der Popmusik integriert; und der freie Raum als Metapher der Freiheit.

Aussenseiter: Das Roadmovie erzählt meist die Geschichte von Menschen, oft Pärchen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Von Hippies (Easy Rider, Zabriskie Point), Gangstern (Bonnie & Clyde), verfolgten Outlaws (Thelma & Louise, Wild at Heart) bis zum Mörderpärchen in Natural Born Killers. Auf ihrer Reise werden sie immer wieder mit der Gesellschaft konfrontiert bzw. werden – ein bekanntes Motiv aus dem Western – vom „Gesetz“ verfolgt.

Reise als Metapher: Oft ist die Reise für die Protagonisten des Roadmovies mehr als als eine Flucht aus der normalen Gesellschaft. Vielmehr wird sie zur Selbstfindung. Thelma & Louise beispielsweise entdecken erst auf der Flucht ihre Stärke und Identität als Frauen.

Musik: Im Gegensatz zur klassischen Filmmusik der Western greift das Roadmovie oft aktuelle Popmusik auf, so hören wir bei Easy Rider den Sound der Siebziger Jahre, Natural Born Killers greift das rasante Zappen zwischen Songs der MTV-Kultur der 90er Jahre auf.

Raum: Der Western als Ahnherr des Roadmovies war immer auch ein Landscape-Movie, dass die Weite insbesondere des amerikanischen Südwestens – besonders berühmt: Monument Valley – für beeindruckende Landschaftsaufnahmen zu nutzen wusste. Die Landschaft war im Western immer auch ein eigener Akteur, gegen den sich die Protagonisten behaupten mussten, der aber auch Freiheit versprach. Die Inszenierung der Landschaft verlangt nach einer eigenständigen Filmsprache: Easy Rider arbeitet mit Totalen; Paris, Texas mit ruhigen, langen Einstellungen. Roadmovies nutzen – wie Western – oft die ganze Breite der Leinwand und sind oft in Cinemascope gedreht.

In der Spannung zwischen Raum und Bewegung, Außenseitern und etablierter Gesellschaft liegt der besondere Reiz des Roadmovies, dass zu einem der Schlüsselgenres der filmischen Auseinandersetzung mit der Moderne wird und längst Hollywood verlassen hat, um in anderen Filmkulturen fruchtbar gemacht zu werden (erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Reihe „Internationale Roadmovies“, die wir vor zwei Jahren gezeigt haben). Wir zeigen die Reihe in Zusammenarbeit mit dem Carl-Schurz-Haus (siehe Seite 53), das dieses Semester eine Veranstaltungsreihe zum Amerikanischen Südwesten im Programm hat. Freuen wir uns auf die filmische Auseinandersetzung mit den Widersprüchen Amerikas!

Text: Timothy Simms, Alexander Sancho-Rauschel

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