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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

„I steal from every movie ever made“ (Quentin Tarantino)

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  21.10.2004  19:45 Uhr  OmU  Kill Bill: Volume 2
Quentin Tarantino hat sich in den letzten Jahren rar gemacht. Nach seinem Debutfilm Reservoir Dogs und seinem Durchbruch mit Pulp Fiction (1994) hat er nur drei Filme gedreht: Jackie Brown (1995) und den jüngst in die Kinos gekommenen Zweiteiler Kill Bill Vol. 1/2. Tarantinos Filmen merkt man seine Herkunft an: Tarantino ist Filmbuff, er hat lange Jahre in Schmuddelvideotheken gearbeitet, und seine Filme sind Puzzles aus der dort aufgesogenen Populärkultur: Den verfemten Genres KungFu, Gangster-B-movie und Blaxploitation. Seine Filme sind zum einen Hommage an diese Welt, ihren visuellen Stil, ihren Sound und ihre Stars wie David Carradine und Pam Grier, die ja Tarantino fürs Mainstreamkino wiedererfand. Zum anderen sind sie postmoderne Spielerei mit Genrekonventionen und Erzählstrukturen. Tarantino übersteigert dabei die Erzählungen, die das herkömmliche Kino in Genres außerhalb des Mainstream abschiebt und die normalerweise aus jedem Drehbuch herausgestrichen werden, weil sie vermeintlich überflüssig oder einem wohlanständigen Publikum nicht zuzumuten sind. Er zelebriert so zum einen das Belanglose, Alltägliche in seinen Dialogen und übersteigert zugleich die Gewalt ins Banale und Überzogene. Leider sind die „mittleren“ Filme von Tarantino zur Zeit ohne Verleih, so daß wir sie nicht zeigen können. So bleibt der Vergleich zwischen Tarantinos Debut Reservoir Dogs und seinem aktuellen Film und die Frage, ob Tarantino tatsächlich bleibender Filmautor ist oder doch – wie Kai Mihm in seiner Abrechnung mit dem Filmbuff-Kino der 90er in epd film 11/03 argumentiert – bloß eines jener „whiz kids, die uns des Kaisers neue Kleider verkaufen wollen.“

Text: Timothy Simms

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