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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Fest verankert zwischen den Welten (Fatih Akin)

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  19.10.2004  19:30 Uhr    Gegen die Wand
 Dienstag  26.10.2004  19:30 Uhr  OmU  Solino
 Dienstag  02.11.2004  19:45 Uhr    Im Juli
 Dienstag  09.11.2004  20:00 Uhr    Kurz und schmerzlos
Was macht der junge deutsche Film? Nach den Regisseurreihen über Tom Tykwer, Oskar Roehler und Andreas Dresen wollen wir uns dieses Semester mit einem der derzeit erfolgreichsten deutschen Regisseure beschäftigen, der sich selbst als „Türke, Hamburger und deutscher Filmemacher“ bezeichnet - Fatih Akin, 1973 in Hamburg geboren als Sohn türkischer Eltern, bewegt sich ganz bewusst zwischen den kulturellen Welten und setzt souverän, verschmitzt und manchmal auch ziemlich provozierend das „Einwanderungsland Deutschland“ in fesselnde Bilder um.
Von seinen stilistischen Vorbildern her fest in der nordamerikanischen Filmge-schichte verankert, thematisiert Akin in jedem seiner Filme den nicht immer un-problematischen Dialog zwischen den europäischen Kulturen: Sei es die schwie-rige Selbstfindung eines jungen Türken, eines Griechen und eines Serben in Kurz und schmerzlos (1998), seinem Debütfilm, sei es das folgende Meisterstück Im Juli (1999), ein aka-Publikums-Lieblingsfilm, in dem ein tapferer kleiner Referendar seiner großen Liebe quer durch die Wunder- und Irrwege Südosteuropas bis in die Tür-kei folgt, seien es seine folgenden Werke wie der Doku-Kurzfilm Wir haben vergessen zurückzukehren (2000), ein „Einwanderungsfilm“ (Akin) über seine eigenen Eltern, das Gastarbeitermovie Solino (2002) über eine italienische Familie im Ruhrgebiet oder auch sein neuester Geniestreich Gegen die Wand (2004), der auf fesselnde Wei-se die Suche nach den eigenen (ziemlich tief vergrabenen) Wurzeln thematisiert und auf den Berliner Filmfestspielen mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde.
Doch trotz dieser immer wiederkehrenden Thematik und seiner eigenen Identität sind Akins Filme alles andere als trocken-diskursive Selbstfindungsreportagen: Der Regisseur beherrscht auch die Komödie, den romantischen Liebesfilm, das Melodram, die Familien-Soap, das melancholische Roadmovie oder den harten Gangsterfilm, je nach dem, was er uns innerhalb eines Werkes gerade erzählen möchte. Diesem gekonnten Spiel mit den Genres, seiner geschickten Schauspielerführung und der Kunst, aus einem engagierten Stoff eine spannende Geschichte zaubern zu können, haben ihm schließlich den wichtigsten deutschen Festivalpreis eingebracht. Akin selbst sieht sich vor allem als Erzähler: „Für mich machen die Geschichte und die Schauspieler 75 Prozent des Films aus. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Ausstattungsfilm, in dem nur die richtigen Autos und Klamotten ausgestellt werden und sich die Kulisse in den Vordergrund spielt.“
Diese Reihe bietet uns die Möglichkeit, das gesamte Werk der Regisseurs zu sehen und zwischen den sehr unterschiedlichen Filmen migrationspolitische, wie auch film-wissenschaftliche Vergleiche zu ziehen.

Text: Alexander Sancho-Rauschel, Julia Gutting

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