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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Billy Bob Thornton – Das Chamäleon von Hollywood

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  16.11.2004  19:30 Uhr    Turbulenzen – und andere Katastrophen
 Dienstag  23.11.2004  19:15 Uhr  OmU  Sling Blade - Auf Messers Schneide
 Donnerstag  02.12.2004  19:30 Uhr  OV  The Man Who Wasn’t There
 Mittwoch  08.12.2004  19:45 Uhr  OmU  Monster’s Ball
 Dienstag  14.12.2004  19:30 Uhr  OmU  Ein einfacher Plan
Diese Reihe ist dem großartigen amerikanischen Schauspieler, Regisseur und Drehbuchschreiber Billy Bob Thornton gewidmet, der von Robert Duvall, seinem Freund und Kollegen als „The hillbilly Orson Welles“ bezeichnet wurde. Obgleich Thornton schon einen Oscar gewonnen hat und für zwei weitere nominiert worden ist, ist er leider immer noch, insbesondere in Europa, den meisten Leuten ziemlich unbekannt. In diesem Sinne ist er – wie seine Filmfigur in The Man Who Wasn’t There – ein unauffälliger Mann, dessen Filme fast jeder kennt ohne den Schauspieler zu kennen. Wir im aka leisten unseren Beitrag dazu, dass dieser Missstand beseitigt wird.
Billy Bob Thornton, immer erkennbar an seinem breiten Dialekt, wurde im Jahre 1955 in einem Kaff in Arkansas geboren. Er wuchs unter sehr bescheidenen Umständen auf, in einem Haushalt ohne Strom. Seine ersten Versuche in Hollywood waren nicht ermutigend, er lebte in Armut und starb beinahe an einem Schlaganfall. Aufgeben aber wollte er nicht, und als er endlich mit 41 Sling Blade drehte und die Hauptrolle spielte, öffneten sich ihm dank des Oscars für das beste adaptierte Drehbuch alle Türen.
In Billy Bob Thorntons Fall spielt seine Herkunft eine bedeutende Rolle. Viele von seinen Filmen, in denen er entweder als Regisseur, Drehbuchschreiber oder Schauspieler mitgewirkt hat, weisen auf seine Herkunft hin. Die Filme spielen oft an kleinen, konservativen Orten in den Südstaaten der USA, wimmeln von „White-trash“-Leuten und zeigen die schattige Seite des sonnigen Südens der USA mit Themen wie Rassismus, Familiengewalt, Schwulenhass.
Unsere Thornton-Reihe besteht aus 5 Filmen aus dem Zeitraum 1996 bis 2001. Turbulenzen – und andere Katastrophen ist der unbekannteste von den fünf Filmen, eine adrenalinhaltige Komödie um die Konkurrenzgier zweier Fluglotsen in New York. Im Independentfilm Sling Blade, einer finsteren Geschichte aus dem Hinterland der südlichen USA, der Thorntons Durchbruch markierte, sind seine Kindheitserlebnisse und harten Lebenserfahrungen am deutlichsten zu sehen. The Man Who Wasn’t There ist ein Drama von den stilsicheren Coen-Brüdern, eine Hommage an den „film noir“. Monster’s Ball ist ein äußerst berührendes und intensives Drama, für das Halle Berry ihren Oscar gewann. Thorntons glänzende Leistung fällt nicht im Geringsten gegen Berry ab. Ein einfacher Plan wird oft mit Fargo verglichen, gegen den er sich ohne Schwierigkeiten behaupten kann: Ein meisterhafter Thriller über Versuchung und Geldgier.
Obwohl die Filme und die Rollen von Billy Bob Thornton sich häufig ähneln, beweist er, dass er mit Recht von Filmkritikern oft als „das Chamäleon von Hollywood“ bezeichnet wird. Immer wieder taucht er in die Tiefe der Psyche eines Verlierers, Außenseiters oder Hinterwäldlers ein und enthüllt uns jedes Mal neue Facetten, berührend und ohne sich zu wiederholen.

Text: Pekka Pennanen

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