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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Made in America - Der kritische Blick auf die USA im Hollywood-Mainstream-Kino

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  20.04.2005  20:00 Uhr  OmU  Wag the Dog
 Mittwoch  27.04.2005  19:30 Uhr  OV  Arlington Road
 Freitag  29.04.2005  19:00 Uhr  OmU  Meine Braut, ihr Vater und ich
 Samstag  30.04.2005  10:00 Uhr    Workshop „Made in America“
 Mittwoch  04.05.2005  19:45 Uhr  OmU  Three Kings
 Mittwoch  11.05.2005  19:30 Uhr  OV  American Beauty
Seit dem 11. September 2001 und der sich daran anschließenden Antiterrorpolitik der Bush-Administration gehört die Kritik an den USA in manchen Kreisen fast schon zum guten Ton. Dabei wird oft übersehen, dass die USA kein monolithischer Block sind, sondern es sich um eine höchst differenzierte Gesellschaft handelt, die schon immer auch Selbstkritik produzierte. Populäre Beispiele hierfür sind sicherlich die Filme des Dokumentarfilmers Michael Moore, dessen Holzhammer auch in deutschen Kinos große Erfolge feierte. Es wäre falsch zu glauben, dass sich Kritik an der US-amerikanischen Gesellschaft und Politik nur in Independentfilmen findet. Im Mainstreamkino finden sich hier eine Fülle von Beispielen der Kritik und der Destruktion amerikanischer Mythen – wenn man nur genau genug hinschaut.
Einer dieser Mythen ist die heile Familie, die – man denke nur an die Präsidentenfamilien – als tragende Säule der wahrhaft amerikanischen Gesellschaft gefeiert wird. Auch in Hollywood wird die Familie meist diesem Ideal entsprechend inszeniert – hier werden deren Werte aufgezogen und gehätschelt, hier beginnt und endet scheinbar alles, was die USA gut, groß und stark macht. Von dieser Regel gibt es allerdings subversive Ausnahmen wie Meine Braut, ihr Vater und ich, American Beauty und Arlington Road. In Meine Braut, ihr Vater und ich werden Familienrituale wie beispielsweise die peinlich-genaue Untersuchung des zukünftigen Schwiegersohns gnadenlos durch den Kakao gezogen. In American Beauty erweist sich die perfekte Familienidylle als Ort des Stillstands und einer inhaltlichen Leere, aus der die Protagonisten ausbrechen müssen, wenn sie nicht am sterilen Glück zugrunde gehen möchten. In Arlington Road schließlich scheint die glückliche Familie nur Fassade für das Böse zu sein.
Neben der Familie ist die Kritik an der Politik der USA ein Motiv von Hollywoodfilmen. Die Mechanismen der Mediendemokratie und ihren Manipulationschancen stehen im Zentrum von Wag The Dog. In Three Kings wird das Auftreten der US-Armee kritisch beleuchtet – schon wenige Jahre nach dem Ende des Golfkriegs.
Wir veranstalten diese Reihe gemeinsam mit dem Carl-Schurz-Haus und freuen uns ganz besonders, am 29./30. April den Schweizer Filmjournalisten Thomas Binotto für eine Einführung zu Meine Braut, ihr Vater und ich und einen Workshop zu dieser Filmreihe gewonnen zu haben.

Text: Timothy Simms

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