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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Selbstjustiz

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  10.05.2005  19:45 Uhr    Was tun wenn's brennt
 Mittwoch  25.05.2005  20:00 Uhr    Muxmäuschenstill
 Mittwoch  22.06.2005  19:15 Uhr    Time To Kill - Die Jury
Selbstjustiz kennt jeder aus den guten alten Westernfilmen. Der (hoffentlich) böse Schurke wird geteert und gefedert aus der Stadt gejagt oder gar kurzerhand am nächsten Baum aufgeknüpft, Gerichtsverfahren und Gewaltmonopol des Staates sind dabei unbekannte Begriffe.

Nicht nur im wilden Westen, auch in der restlichen Welt ist Selbstjustiz von einem grundsätzlichen Misstrauen gegenüber etablierten Gerechtigkeitsvertretern wie Justiz und Polizei gekennzeichnet. Die Annahme, wenn man nicht selbst für Gerechtigkeit sorgt, wird man wohl auch keine bekommen, entwickelt sich zum bestimmenden Motiv. Aber ist ein Urteil, das durch die Brille des Opfers zustande kommt, eine gerechte Lösung? Ist es nicht eine historische Errungenschaft moderner Gesellschaften, nicht das Opfer über den Täter urteilen zu lassen, sondern damit ein unabhängiges Gericht zu betrauen? Goethe meinte in den “Wanderjahren” dazu:

“Welchen Weg musste nicht die Menschheit machen, bis sie dahin gelangte, auch gegen Schuldige gelind, gegen Verbrecher schonend, gegen Unmenschliche menschlich zu sein.”

In unserem heutigen Rechtssystem ist keine Selbstjustiz vorgesehen. Das Gesetz erlaubt dem Bürger nur in Ausnahmefällen, das Recht selbst in die Hand zu nehmen, so zum Beispiel bei der strafrechtlichen Notwehr, der zivilrechtlichen Selbsthilfe oder dem im Grundgesetz verankerten Widerstandsrecht gegen eine drohende Gefährdung unserer Demokratie. Selbstjustiz aus Gründen der Rache oder der Vergeltung ist hiervon aber in keinem Fall gedeckt, genauso wenig das Bestreben, den Einzelnen oder die Gesellschaft zu verbessern. Eine spannende Frage jenseits von rationalen Argumenten ist allerdings, inwiefern ein jeder, erst einmal in eine entsprechende Situation gebracht, wohl selbst versuchen würde, sich Recht zu verschaffen. Erscheint es dann nicht auf einmal ungerecht und grausam, Fremde, die gar nicht betroffen sind, das erlittene Unrecht einschätzen zu lassen?

Der Arbeitskreis kritischer Jurastudierender (akj) zeigt im Sommersemester 2005 in Kooperation mit dem aka-Filmclub eine dreiteilige Reihe zu diesem Thema. In der deutschen Pop-Punk-Komödie Was tun, wenn’s brennt? wird die Frage aufgegriffen, inwiefern man sich selbst vor dem Gesetz schützen darf; was man für seine Ideale zu tun bereit ist und wie lange diese Bestand haben. Ebenfalls an Ideale knüpft die Low-Budget-Überraschung des letzten Jahres an: In Muxmäuschenstill trifft der Zuschauer auf einen Weltverbesserer, der den Menschen in seiner Umgebung Anstand und Benehmen beibringen will und schnell selbst zum Gesetzesbrecher wird. Den Abschluss der Reihe bildet die Grisham-Verfilmung A Time To Kill, die die Frage stellt, inwiefern man selbst Gewalt anwenden darf, um einem vermeintlich ungerechten Justizapparat zuvorzukommen.

Ergänzend zur Filmreihe lädt der akj alle Interessierten jeweils im Anschluss an den Film zur Diskussion des Gesehenen in das Gasthaus Goldene Krone (Kronenstraße) ein.

Der akj ist ein nicht parteigebundener Zusammenschluss von Jurastudierenden, die sich rechtspolitisch engagieren und sich kritisch mit ihrem Fach auseinandersetzen wollen. Wir sind Mitglied im Bundesarbeitskreis kritischer Juragruppen bakj und stellen momentan drei der Mitglieder der Fachschaft Jura. Informationen zu weiteren Aktionen des akj findet Ihr im Internet unter www.akj-freiburg.de oder am akj-Brett im KG II.

Text: AKJ

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