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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Neues südkoreanisches Kino

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  24.05.2005  20:00 Uhr  OmU  Samaria
 Dienstag  31.05.2005  19:30 Uhr  OmU  Joint Security Area
 Dienstag  07.06.2005  19:30 Uhr  OmU  Oldboy
 Dienstag  14.06.2005  19:30 Uhr  OmU  My Sassy Girl - Miss Unerhört
Es mag klischeehaft klingen, aber bis vor wenigen Jahren kam mir, wenn ich Südkorea hörte, nur Kimchee und Ramen in den Sinn und eine von einem geheimnisvollen Mund gesprochene Autowerbung.

Inzwischen ist die koreanische Kultur jedoch allgemein weiter ins europäische Interesse vorgedrungen
. Dies entspricht auch der Absicht der Regierungen Südkoreas und Deutschlands, die das Jahr 2005 zum Koreanischen Jahr erklärt haben, um den Austausch der beiden Staaten zu fördern. Hierbei liegt auch ein besonderes Gewicht auf der Vorführung koreanischer Filme in deutschen Kinos.

Das koreanische Kino hat sich in den letzten Jahren einen Ruf für qualitativ hochwertige und innovative Filmproduktionen erworben. Auf den europäischen Filmfestspielen waren es vor allem auch die Werke jüngerer koreanischer Regisseure, die das Publikum mit ihrem Einfallsreichtum begeisterten und etliche Preise abräumten.

Wie auch aus anderen asiatischen Produktionen bekannt, arbeiten einige der in Europa gezeigten Filme mit für uns recht ungewohnten Stilmitteln und vermitteln nicht selten ein Gefühl, das uns in seiner Distanziertheit und scheinbaren Gefühllosigkeit ratlos sein lässt. Oft ist es wahrscheinlich auch gerade diese Fremdheit, die die europäischen ZuschauerInnen so fasziniert.

Doch die „Neue Koreanische Welle“ besitzt vor allem auch einen ganz individuellen Charakter. Deshalb werden wir dieses Semester vier Filme zeigen, die sich auf ihre jeweils eigene Weise mit unterschiedlichen Bereichen der koreanischen Gesellschaft und Kultur auseinandersetzen.

Der wohl zur Zeit international populärste koreanische Regisseur ist Kim Ki-Duk, dessen poetisch-symbolhafte Filme (u.a. The Isle, Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling) aufgrund ihrer oft unerbittlichen Darstellungen körperlicher Schmerzen und Gewalt befremden und trotzdem tief beeindrucken. Für Samaria bekam er auf der Berlinale 2004 den silbernen Bären für die beste Regie.

Ähnlich umstritten wie Kims Werk ist auch Old Boy von Park Chan-Wook, der 2004 in Cannes mit dem Grand Prix der Jury ausgezeichnet wurde. „Dem koreanischen Regisseur gefällt es, sein Publikum mit fiesen, ekligen Szenen zu quälen ... Old Boy lotet Abgründe aus, die an die Grenze des Erträglichen gehen.“ (Nana A.T. Rebhan auf Arte.de)

Als zweiten Film von Park zeigen wir den Politthriller Joint Security Area, der die Absurdität des Kalten Krieges an der innerkoreanischen Grenze beschreibt, wie wir sie aus unserer eigenen Geschichte kennen.

Ein ganz anderes Bild des koreanischen Alltags schildert schließlich die bizarre Liebeskomödie My Sassy Girl – Miss Unerhört, ein Film, der „zumindest in der Art wie seine beiden Hauptdarsteller ständig an ihrer Liebe vorbeiagieren und immer neu das Schicksal befragen, ein bisschen an die melancholisch-sehnsüchtigen Helden des japanischen Erfolgsautors Haruki Murakami“ (Zeughauskino, Berlin) erinnert.

Wir hoffen, diese vier Filme machen Lust auf noch mehr koreanisches Kino, von dem es in Zukunft gewiss noch einiges zu sehen geben wird.

Text: Peter Brüstle

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