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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Neue Deutsche Dokus

Filme dieser Reihe:
 Donnerstag  09.06.2005  20:00 Uhr  OmU  Die Geschichte vom weinenden Kamel
 Donnerstag  16.06.2005  20:00 Uhr    Mit IKEA nach Moskau
 Donnerstag  23.06.2005  19:45 Uhr    Die Spielwütigen
Der Dokumentarfilm feierte in den letzten Jahren einen wahren Siegeszug, dank seiner Wandlung vom Aufklärungs- zum Unterhaltungsmedium, vom Nischengenre zum Publikumsliebling, vom Fernsehformat zum Kinoereignis.

Einst das Spezialgebiet von Hardcorecineasten, spricht das Genre heute ein breiteres Publikum an. Dokus, das waren doch Natursendungen im Fernsehen, Beiträge über historische Ereignisse – gesunde Kost mit Bildungswert, sozusagen. Dann tauchten aber immer öfter sündhafte Zutaten wie Humor und Unterhaltungswert im dokumentarischen Speiseplan auf. Währenddessen wurde das Filmemachen durch die digitale Revolution technisch erheblich erleichtert, und es wurde möglich, ohne Riesenbudget das leben der eigenen Familie, Gemeinde oder Stadt zu dokumentieren. Gleichzeitig boomten auf einmal die Reality Shows im Fernsehen. TV- und Studiobosse merkten, dass sich das Publikum nicht nur für Stars und Glamour interessierte, sondern auch für echte Menschen mit Alltagsproblemen, ob diese sich nun im Container oder im Dschungel abspielten. Die Realität war auf einmal sexy geworden, und damit auch filmreif.

Dokumentarfilme will man jetzt sofort zum Kinostart sehen, sie sind Events für die man gerne Eintritt zahlt, um über Bowling for Columbine oder Supersize Me mitreden zu können. Diese Kassenerfolge bahnten den Weg für die Geburtsstunde des Dokumentarfilms als Blockbuster, als Fahrenheit 9/11 letztes Jahr weltweit über 220 Millionen Dollar einspielte. Aber auch kleinere, u.a. deutsche, Produktionen, erfreuen sich mittlerweile immer größerer Beliebtheit. Titel wie Höllentour, Rhythm is it!, Schotter wie Heu und Im toten Winkel: Hitlers Sekretärin mögen vielen Kinogängern ein Begriff sein.

Aus dieser Bandbreite möchten wir eine kleine, aber feine Auswahl präsentieren. Die Geschichte vom weinenden Kamel ist sicher die aktuell bekannteste deutsche Doku, da der Abschlussfilm zweier Studenten der Hochschule für Film und Fernsehen München dieses Jahr sogar für den Oskar nominiert wurde. Mit IKEA nach Moskau ist eine weniger bekannte, aber ebenso empfehlenswerte und sehr humorvolle Dokumentation der Eröffnung der ersten IKEA-Filiale Russlands. Innerhalb einer deutschen Familie, eines Geschäfts und einer Stadt kollidieren Ost und West, breitet sich der Kapitalismus aus. Bald werden alle Menschen auf der Welt Billy-Regale besitzen; für Studenten ist der Film also eindeutig Pflichtprogramm! Die Spielwütigen gibt faszinierende Einblicke in die Entwicklung von vier jungen Schauspielern, die sich fern vom jetzigen Popstar Casting-Wahn in ihren Bewerbungen bei Hochschulen, Theatern und Vermittlungsbüros behaupten müssen. Wir wünschen bei allen drei Filmen viel Vergnügen!

Text: Marion Schnelle

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