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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Hommage an Woody Allen

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  02.11.2005  19:45 Uhr  OmU  Melinda und Melinda
 Mittwoch  09.11.2005  20:00 Uhr  OmU  Bananas
 Mittwoch  16.11.2005  19:45 Uhr  OV  Der Stadtneurotiker
 Mittwoch  23.11.2005  19:45 Uhr  OV  Manhattan
 Mittwoch  30.11.2005  20:00 Uhr    Stardust Memories
"Ich möchte Unsterblichkeit nicht durch mein Werk erlangen. Ich will sie erreichen, indem ich nicht sterbe" – trotz dieses Vorsatzes haben Woody Allens Filme ihm schon jetzt einen Platz auf dem Kino-Olymp gesichert! Der am 1. Dezember 1935 in Brooklyn geborene Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler kann auf ein beeindruckendes filmisches Oeuvre von über 30 Kinoproduktionen blicken, das wir anlässlich seines siebzigsten Geburtstags im Rahmen einer in Kooperation mit dem Carl-Schurz-Haus konzipierten Hommage vorstellen möchten. Wir präsentieren euch die drei Filme Woody Allens aus den späten siebziger Jahren, die seinen Ruf als brillanter Filmkünstler begründeten, sowie je ein Beispiel für sein komödiantisches Früh- und sein tragikkomisches Spätwerk. Vor seiner ersten Filmproduktion 1965 (What's new, Pussycat) trat Woody Allen mit großem Erfolg als Stand-Up-Comedian auf. Die frühen "Funny Movies" zeichnen sich dementsprechend durch die Kombination von sprühendem Sprach- und Bildwitz aus. Wie in einer Nummernrevue zündet Allen ein Feuerwerk skurriler Gags. Dazu bedient er sich teilweise bereits vorhandener narrativer Konzepte und Genremuster, die er in hintersinniger Weise persifliert. So entstehen Komödien wie Bananas (1970), eine turbulente Politsatire über südamerikanische Bananenrepubliken und die naive Revolutionsromantik linker Intellektueller. 1977 kam Allens Meisterwerk Der Stadtneurotiker (Annie Hall) in die Kinos, der mit vier Oscars ausgezeichnete erste Film seiner "New York Trilogie". Diese drei Meisterwerke verbanden seinen Namen untrennbar mit dem Big Apple. Der Stadtneurotiker ist ein exzeptioneller Film, der gekonnt verschiedene Aufnahme- und Erzähltechniken wie Flashback, Split Screen und sogar Zeichentrick einsetzt. Im Mittelpunkt steht erstmals die von Allen kreierte und meist auch selbst verkörperte Figur des "Stadtneurotikers", des modernen, liberalen Großstadtintellektuellen, dessen Beziehungsleben und Neurosen ebenso liebvoll seziert werden, wie dieser seine Umwelt sarkastisch unter die Lupe nimmt. Mit Manhattan, einer melancholischen Beziehungskomödie und stimmungsvollen cineastischen und musikalischen Liebeserklärung an New York, knüpfte er 1979 an diese Thematik an. Allens folgender Film, ein verkanntes Glanzstück der Kinogeschichte, reflektiert seinen Wandel vom Comedian zum Künstler. Im Zentrum der düster-grotesken Künstlernovelle Stardust Memories (1980) steht ein Starregisseur, der von den Ansprüchen der Filmindustrie und den Erwartungen der Fans zerrieben wird. Der visuell außergewöhnliche Film ist jedoch weit mehr als eine plumpe Publikumsbeschimpfung, vielmehr reflektiert er grundlegende Fragen des Verhältnisses von Kunst und Gesellschaft und ist ein brillantes Spiel mit Traum und Wirklichkeit. Immer wieder griff Allen seitdem die in diesen Filmen angerissenen Motive auf. So wandte er sich neben Filmen, die sich mit der Geschichte der US-amerikanischen Massenmedien und ihres Starkults auseinandersetzen, der Tragikomödie zu, die ein Psychogramm des amerikanischen Großstadtmenschen und seiner Beziehungs- und Identitätsprobleme zeichnet. Auch sein neuester – und seit langem bester Film – Melinda und Melinda (2004) umkreist dieses Thema. Zwei befreundete Bühnenautoren diskutieren in einem Restaurant über nichts geringeres als das Leben. Der eine sieht in allem die komischen, der andere die tragischen Seiten. Aus ihrer Diskussion entspinnt sich die Geschichte über Melinda, die formal sehr interessant sowohl als Tragödie, als auch als Komödie erzählt wird.

Text: Pekka Pennanen, Alexander Sigelen

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