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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Exilregisseure in Hollywood

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  06.12.2005  20:15 Uhr    Vortrag: Über Hitler lachen ?
 Mittwoch  07.12.2005  19:45 Uhr    Sein oder nicht sein
 Mittwoch  14.12.2005  20:00 Uhr    Zwölf Uhr mittags
 Mittwoch  21.12.2005  19:30 Uhr  OmU  Manche mögen's heiß

Lubitsch, Zinnemann und Wilder

Im Berlin der zwanziger Jahre blühte das goldene Zeitalter des deutschen Stummfilms auf. Regisseure wie Fritz Lang, Robert Wiene, F. W. Murnau und Ernst Lubitsch schufen Meisterwerke der Filmgeschichte, darunter Metropolis, Das Kabinett des Doktor Caligari und Nosferatu, eine Symphonie des Grauens. Durch den sprachunabhängigen weltweiten Verkauf der Stummfilme wurden die Studiobosse Hollywoods auf europäische Filmemacher aufmerksam und luden unter anderem Murnau und Lubitsch nach Los Angeles ein, wo diese ihre Karrieren erfolgreich weiterführten. Die kreativen Möglichkeiten Hollywoods lockten auch junge, unerfahrene Filmemacher wie William Wyler, Fred Zinnemann und Otto Preminger nach L.A. Ihnen folgte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten eine Welle politischer und jüdischer Flüchtlinge, zu denen auch der Regisseur Billy Wilder gehörte.
Insbesondere für diese jüdischen Filmemacher – ob in den Zwanzigern freiwillig ausgewandert oder in den Dreißigern geflüchtet – wurde nach Hitlers Aufstieg ihr Aufenthalt im Ausland zum permanenten Exil. Lubitsch (1892-1947), Zinnemann (1907-1997) und Wilder (1906-2002) sind nur drei Beispiele jüdischer Künstler, die nicht mehr in ihre alte Heimat zurückkehren durften, konnten oder wollten. 1935 entzogen die Nazis dem Berliner Ernst Lubitsch seine deutsche Staatsangehörigkeit, so dass er gezwungen war, die amerikanische anzunehmen. Auf einer Europareise im gleichen Jahr weigerte er sich, selbst nach einer Notlandung in Berlin auch nur einen Fuß auf deutschen Boden zu setzten. Der Wiener Fred Zinnemann, dessen Eltern im Konzentrationslager ermordet wurden, lehnte noch 1993 eine Einladung zum Wiener Filmfest ab: "The shadows of the past are still too strong" schrieb er, "I therefore do not wish to go to Austria to be toasted as one of its favorite sons." Sein Landsmann und Schulkamerad Billy Wilder hatte sich 1933 aus Berlin retten können, jedoch fielen seine Mutter, sein Stiefvater und seine Großmutter dem Holocaust zum Opfer.
Im amerikanischen Exil – bzw. in der neuen Heimat – avancierten alle drei Regisseure zu herausragenden Filmgrößen. Als Ernst Lubitsch 1947 starb, hatte er allein in seiner Zeit in den USA mehr als dreißig Filme gedreht, darunter Trouble in Paradise, The Shop Around the Corner und To Be or Not to Be, und mit Marlene Dietrich, Gary Cooper, Greta Garbo und James Stuart zusammen gearbeitet. Wilder und Zinnemann begeisterten ihr Publikum noch bis in die achtziger Jahre hinein. Zinnemann drehte Klassiker wie High Noon, From Here to Eternity und A Man for All Seasons. Mehrfach ausgezeichnet wurden die Werke Wilders: Filme wie A Foreign Affair, Sunset Boulevard, Some Like It Hot und One, Two, Three gelten als Meilensteine der Filmgeschichte. Drei Meisterwerke von drei Meisterregisseuren zeigt der aka Filmclub mit dieser Reihe, die in Kooperation mit dem deutsch-amerikanischen Carl-Schurz-Haus stattfindet.

Text: Marion Schnelle, Carsten Friedrich

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