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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Der Neue Deutsche Film

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  31.01.2006  19:45 Uhr    Der alte Affe Angst
 Dienstag  07.02.2006  19:45 Uhr    Wolfsburg
 Mittwoch  08.02.2006  19:45 Uhr    Willenbrock
 Dienstag  14.02.2006  19:45 Uhr    Die innere Sicherheit
 Donnerstag  16.02.2006  19:30 Uhr    Agnes und seine Brüder

Petzold, Roehler, Dresen

Auch dieses Semester wollen wir unser Forschungsprojekt fortsetzen: Was treibt der junge deutsche Film? Der Marktanteil des deutschen Films an den Kinokassen liegt bei rund 10-12%, wenn nicht gerade ein heimischer Blockbuster wie Good bye, Lenin, Schuh des Manitou oder Bibi Blocksberg mit Besucherrekorden zuschlägt. Auf jeden Fall wird dank dieser Erfolge die lokale Infrastruktur gestärkt, egal ob man ein Freund der deutschen Komödie ist oder nicht.
Aber eine ganze Reihe jüngerer deutscher Regisseure bietet eine Menge mehr, als die oben erwähnten Kassenknüller es können und wollen: Seit einigen Jahren tauchen zunehmend ungewöhnliche, spannende und irritierende Filme auf wie Das weisse Rauschen, Bungalow oder Das Experiment. Innovative Regisseure wie Hans-Christian Schmid (zuletzt mit Lichter im aka), Fatih Akin mit Gegen die Wand (letztes Jahr als Reihe im aka) oder Andreas Dresens ostdeutschen Epen setzen neue Akzente, nicht zu vergessen Tom Tykwer, auf dessen neuestes Werk wir wohl alle schon länger warten... Einige junge Regisseure wie Christian Petzold richten ihren Blick auf die Provinz und auf die deutschen Regionen jenseits der Hauptstadt und der Medienmetropolen wie Hamburg oder München (dem ewigen Idealset für deutsche Yuppiekomödien). Die Kleinstädte und die Grenzgebiete rücken in den Blickpunkt - Filme wie Lichter, Milchwald, Halbe Treppe oder Herr Wichmann von der CDU zeigen uns den Osten und die deutsch-polnischen Grenzregionen, Bungalow erkundet die Hessische Provinz, Wolfsburg von Christian Petzold spielt in Niedersachsen und wagt sich auch an die Ränder der Fabrikstadt vor... Christian Petzolds Fernsehproduktionen Pilotinnen (1995) und Cuba Libre (1996) waren bereits Geheimtipps auf den deutschen Filmfestivals geworden, als der Regisseur schließlich mit Die innere Sicherheit (2000) auch den Erfolg erfuhr, der ihm schon länger gebührte... Darauf folgten der innovative und mit dem Grimme-Preis prämierte Fernsehfilm Toter Mann (2002) und der Kinofilm Wolfsburg (2003). Laut epd Film findet man kaum einen zweiten Regisseur, "der so intensiv wie Petzold versucht, Geschichten und Bilder zu finden, die die Jetztzeit der Bundesrepublik beschreiben". Der Regisseur selbst spricht von seinen Filmen als "physikalische Versuchsanordnungen", die distanziert, ohne anbiedernde Identifikationsversprechen, den Blick auf ihre Hauptpersonen freigeben. Sein neuestes Werk, Gespenster (2005), werden wir nachreichen, sobald wir es bekommen können.
Neben Petzold wollen wir euch die beiden neuesten Filme von Oskar Roehler zeigen, einem Regisseur, dessen bisherigem Werk wir bereits vor einigen Semestern eine Reihe gewidmet haben - als "Update" folgen jetzt also "Der alte Affe Angst" und "Agnes und seine Brüder", nicht zuletzt dank hochkarätiger Besetzung zwei beachtliche Erfolge an den Kinokassen. Als weitere Aktualisierung unserer Werkschauen haben wir für Euch den neuesten Andreas-Dresen-Film (Nachtgestalten, Halbe Treppe) im Programm: Willenbrock hatte dieses Jahr auf der Berlinale Kritiker wie Publikum gleichermassen begeistert.

Text: Alexander Sancho-Rauschel, Julia Gutting

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