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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Comicverfilmungen: Fast, weird and beautiful

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  24.05.2006  19:45 Uhr  OmU  American Splendor
 Montag  29.05.2006  20:00 Uhr    Vortrag: Revolution der Underground-Comix
 Mittwoch  31.05.2006  19:30 Uhr  OV  Ghost World
 Mittwoch  28.06.2006  19:30 Uhr  OV  Hellboy

Amerikanische Independent- und Underground-Comics als Filmstoff

Die beiden Medien Film und Comic haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick denken könnte: Entstanden um 1895, emanzipierten sich beide schnell von ihren Vorläufern - der Film löste sich als eigenes Medium von der Fotografie, der Comic entwickelte in Abgrenzung zur traditionellen Bildergeschichte schnell eigene Erzählformen und verband mit Sprech- und Denkblasen und Bewegungslinien Bild und Text zu einer neuen Grammatik des graphischen Erzählens. Die Grundidee, welche die beiden Medien im Laufe des 20. Jahrhunderts immer weiter perfektionierten, war neu: Beide sind "sequential arts" und ihr Ziel ist das Erzählen. Eine Geschichte wird in Sequenzen zerlegt und kontinuierlich erzählt, innerhalb eines Rahmens in beliebig vielen Einzelbildern der Comic, auf einer Leinwand oder innerhalb eines Bildschirms mit 24 Bildern pro Sekunde der Film.

Beide Künste galten in ihren Kindertagen als minderwertige Unterhaltung für ein Massenpublikum - ein Image, von dem der Film sich seit den 20er und 30er Jahren schrittweise lösen konnte, während der Comic erst mit den experimentierfreudigen Graphic Novels ab den 70er Jahren und dem franco-belgischen Autorencomic eine gewisse künstlerische Anerkennung fand. Mittlerweile erleben vor allem die amerikanischen Underground- und Independent-Comicmacher ihre breite Kanonisierung in Museen und Kunstsammlungen, nachdem die Pop-Art seit den 60ern mit Warhol, Lichtenstein u.a. den Weg dafür geebnet hatte. Nicht nur in den Bereichen des Zeichentrickfilms und der zahlreichen Superheldenverfilmungen verflechten und befruchten die beiden verwandten Kunstformen sich immer wieder gegenseitig. Es gibt auch andere Filmgenres, die gerne Comics als Vorlage wählen - weil eine Comicstory bereits bei ihrer zeichnerischen Umsetzung beweisen musste, dass sie sich graphisch gut umsetzen lässt, also in Sequenzen zerlegt erzählt werden kann und dabei für den Betrachter interessante Bilder bietet. Filmerfolge wie The Crow, From Hell, Constantine oder Hellboy im Bereich Horror & Fantasy, Science-Fiction-Filme wie Flash Gordon, Men in Black oder Barbarella, aber auch originelle, schräge Thriller wie Road to Perdition oder Sin City sind die Schöpfung von Comicautoren. Aber auch die amerikanische Underground-Comix-Revolution seit den 60ern fand ihren Weg auf die Leinwand, vor allem die kreativen Werke von Robert Crumb (u.a. Fritz the Cat) und Harvey Pekar (American Splendor). Die Linie zieht sich von hier aus fort zu den aktuellen amerikanischen Independent-Comics, in unserer Reihe vertreten durch das verfilmte Meisterwerk des Zeichners und Autors Daniel Clowes, Ghost World.

Text: Alexander Sancho-Rauschel

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