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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Neuer Deutscher Film

Filme dieser Reihe:
 Dienstag  24.10.2006  19:45 Uhr    Elementarteilchen
 Dienstag  31.10.2006  20:00 Uhr    Requiem
 Dienstag  07.11.2006  19:30 Uhr    Das Leben der Anderen
 Dienstag  14.11.2006  19:15 Uhr    Der rote Kakadu
 Dienstag  21.11.2006  19:45 Uhr    Knallhart
 Mittwoch  10.01.2007  19:00 Uhr    Der freie Wille

Neurosen, Swinger-Hasi und die Stasi

Vier neue deutsche Filme, drei davon von erfolgreichen einheimischen Regie-Stars, von denen wir zweien (den Regisseuren Oskar Roehler und Hans-Christian Schmid) bereits eigene umfassende Filmreihen in unserem Programm gewidmet haben. Dazu kommt noch der unglaubliche Debütfilm eines jungen Nachwuchsregisseurs (Florian von Henckel-Donnersmarck), von dem wir bestimmt noch viel hören werden. In zweien der Filme begegnet uns die faszinierend vielseitige Schauspielerin Martina Gedeck, einmal als verführerische Stammkundin eines Swinger-Clubs, einmal als süchtige Schauspielerin. Und ganz paritätisch spielen zwei im Osten und zwei im Westen – womit die Gemeinsamkeiten wohl bereits erschöpft sein dürften. Denn so groß wie die Bandbreite der behandelten Themen ist auch die der formalen Mittel: Vom harten, teuren Breitwand-Kino in Elementarteilchen zum eindrucksvollen Minimalismus in Requiem, von der verspielten, liebenswürdigen Rekonstruktion der frühen sechziger Jahre in Der rote Kakadu zu der formalen Strenge und kunstvollen Komposition von Das Leben der Anderen zeigt die Zusammenstellung dieses Semesters auch die stilistische Vielfalt des gegenwärtigen deutschen Kinos.

Wer unseren Filmreihen schon länger folgt, wird es bemerken: Oskar Roehler, das "enfant terrible" des deutschen Films, ist zahmer geworden. Trotz eines selbstmörderischen Sprungs aus dem Hochhaus, der operativen Entfernung einer Gebärmutter und dem völligen Realitätsverlust einer Hauptperson könnte man fast schon von einem Happy End sprechen. Aber nach wie vor schafft er es auf verblüffende Weise, aus den Übeln der Welt kreative Energien zu schöpfen: "Der Oskar ist ein Bündel von Neurosen... und seine Schaffenskraft bezieht er im Wesentlichen aus seinen Neurosen!".

Als zwei "Anhängsel" an diese Filmreihe zeigen wir noch Knallhart und Der freie Wille, welche sicher nicht weniger eindrücklich sind als ihre vier Vorgänger; siehe die jeweiligen Filmartikel.

Text: Alexander Sancho-Rauschel

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