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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Cyberspace rematrixed

Filme dieser Reihe:
 Samstag  15.05.2004  10:15 Uhr    Workshop „The Matrix Revisited“
 Montag  24.05.2004  20:15 Uhr    Von Metropolis bis Zion. Der Stil der Matrix-Triologie und seine Vorbilder
 Dienstag  25.05.2004  19:15 Uhr  OF  Matrix
 Mittwoch  26.05.2004  19:15 Uhr  OF  Matrix Reloaded
 Donnerstag  27.05.2004  19:30 Uhr  OF  Matrix Revolutions
„What is the Matrix?“ fragten wir uns 1999 und warteten voller Spannung auf einen Film, dessen geheimnisvolle Trailer vor allem eines waren: Unglaublich cool. Die Matrix, so erfuhren wir, ist ein Computerprogramm, das die Menschen unterdrückt und ihnen eine falsche Realität vorgaukelt. Rasch war die „schnellste Verbindung zwischen Philosophie-Seminaren und Multiplex-Foyers hergestellt“ (Georg Seeßlen) und kaum ein bedeutender Kulturwissenschaftler hat sich nicht zu diesem Ausnahmefilm geäußert. Letztes Jahr schließlich kamen mit Matrix Reloaded und Matrix Revolutions Teil II und III der von Anfang an als Trilogie geplanten Matrixreihe in die Kinos.
Das Spiel mit der anderen Wirklichkeit zieht sich nicht nur als klassischer Stoff quer durch die Literaturgeschichte, auch im Film begegnen uns mit verlässlicher Regelmäßigkeit Geschichten über Traumwelten und Rauschzustände ebenso wie über den „Cyberspace“, „virtuelle Realitäten“, „Holo-Decks“ und andere Konstruktionen alternativer Wirklichkeiten. Große Kinoerfolge wie eXistenZ, Alice im Wunderland, Ghost in the Shell, Blade Runner, Nightmare on Elm Street, Brazil oder der König der Fischer brachten diese verschobenen Realitäten mit viel bildlicher Innovationskraft auf die Leinwand. Die Wachowski-Brüder bedienten sich dieser zahllosen Vorbilder, verwendeten Elemente aus den Romanen von Philip K. Dick sowie aus „Neuromancer“ und den folgenden sogenannten „Cyberpunk“-Romanen von William Gibson (Begriffe wie Zion oder die Matrix sind bereits hier zu finden!) und schufen daraus ihre Matrix-Trilogie. Die Story ist kalter Kaffee für jeden Science-Fiction-Freund, die Umsetzung hingegen kann nur als spektakulär bezeichnet werden: so viel „Style“ gab es selten, ein ausgeklügeltes Modekonzept für die Darsteller, die grandiosen Slow-Motion-Aufnahmen der herumhüpfenden Latexfiguren, die skurrilen Nebenfiguren mit ihren mythologischen (Morpheus, Persephone, Orakel), historischen (Nebukadnezar, der Merowinger) oder biblischen Namen (Zion, Trinity, Seraph)... . Insbesondere die starken Anleihen beim Hong-Kong-Kino mit seinen ästhetisierten Martial-Arts-Darstellungen brachten hier dem westlichen Sci-Fi- und Action-Kino eine enorme stilistische Bereicherung.
Es ist diese Vielfalt an kulturgeschichtlichen, philosophischen und literarischen Verweisen, welche die Matrix-Trilogie zu einer Spielwiese für Interpreten macht oder wie Georg Seeßlen treffend schreibt: „Die MATRIX-Filme machen unentwegt, beinahe in jeder Einstellung, Vorschläge zu ihrer eigenen Lektüre“. Wir freuen uns im Rahmen dieser Reihe nicht nur die Matrix-Trilogie in der englischen Originalfassung zeigen zu können, sondern im Vorfeld zwei Veranstaltungen, die sich inhaltlich mit der Matrixtrilogie befassen werden, im Programm zu haben. Neben einem Workshop am 15. Mai wird am 24. Mai der Filmkritiker Thomas Binotto zu „Von Metropolis bis Zion – Der Stil der Matrix-Triologie und seine Vorbilder“ sprechen. Die gesamte Reihe veranstalten wir gemeinsam mit dem Carl-Schurz-Haus/Deutsch-Amerikanisches Institut e.V.

Text: Timothy Simms & Alexander Sancho-Rauschel

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