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Akademischer Filmclub an der Universität Freiburg e.V. (seit 1957)

Neue deutsche Filme

Filme dieser Reihe:
 Mittwoch  27.06.2007  20:00 Uhr    Sehnsucht
 Donnerstag  05.07.2007  20:00 Uhr    Der die Tollkirsche ausgräbt
 Dienstag  17.07.2007  20:00 Uhr    Alaska.de

Der weibliche Blick: Debütfilme junger Regisseurinnen

Pünktlich wie die Maurer (und drei Wochen nach Redaktionsschluss – Ruhm, Lob und Prozac unseren aka-Layoutern!) präsentieren wir euch auch diesen Sommer wieder einen frischen Aufschnitt an neuen, leckeren Kinoköstlichkeiten aus heimischem Anbau. Nur aus handverlesener Produktion, aber hoffentlich nicht zu 100% unbedenklich abbaubar – ein bisschen was darf im Kopf des Betrachters schon hängenbleiben. Und mit dem Ausklingen des neuen deutschen Komödienwunders tauchte ja auch vor einigen Jahren eine ganze Riege anspruchsvollerer einheimischer Regisseure auf wie Tom Tykwer, Andreas Dresen, Hans-Christian Schmid oder das „enfant terrible“ Oskar Roehler, die beim Kinobesuch auch unser Großhirn wach halten. Aber: Der Film, vor allem das Regiefach, ist bis heute eine Männerdomäne! So viele wilde, böse, schöne, toughe, rehäugige oder magersüchtige Schauspielerinnen uns auch einfallen mögen – wer kann mir eine Regisseurin nennen?

Beim Filmschnitt gibt es schon seit den Kindertagen des Kinos ein weibliches Übergewicht – Alfred Hitchcock und Martin Scorsese heirateten gar ihre Cutterinnen – aber Regie führen wollte man in den großen Hollywoodstudios die Damen nicht lassen, und bis heute hat sich daran, auch in Europa, nicht allzuviel geändert.

Hierzulande fällt vielleicht dem einen oder anderen Cineasten unter euch (und das seid ihr, gebt’s zu, würdet ihr sonst so hingebungsvoll unser Programmheft lesen?) die 1942 geborene Margarethe von Trotta ein, die wohl renommierteste deutsche Regisseurin. Der engagierte Kritikerliebling gewann mit politischen Filmen über meist weibliche Charaktere wie „Das zweite Erwachen der Christa Klages“ (1978) oder „Die bleierne Zeit“ (1981) Filmpreise rund um den Globus, wie auch zuletzt mit dem NS-Drama „Rosenstraße“ (2003). Aber gibt es denn auch Nachwuchs an Regisseurinnen?

Immer wieder hatten wir den Gedanken, euch im Rahmen unserer deutschen Filmreihen eine Auswahl an Regisseurinnen zu präsentieren, aber irgendwie hatte es nie für eine ganze Reihe gereicht. Doch als vor kurzem das ungewöhnliche und minimalistische Kleinod Sehnsucht europaweit auf Filmfestivals gepriesen wurde und zugleich Franka Potentes nicht unumstrittener Debütfilm Der die Tollkirsche ausgräbt in die deutschen Kinos kam, da wussten wir, jetzt ist es soweit! Da dieser Film kürzer ist als übliche Spielfilme, geben wir euch an dem Abend noch was drauf: Petra Schröders experimenteller Kurzfilm Knospen wollen explodieren ist ein surreales Kurzfilm-Musical-Liebesdrama mit viel Ironie über zwei Freundinnen in einer eigenartigen Fantasiewelt.

Ergänzt wird unsere Reihe mit dem beeindruckenden ostdeutschen Drama Alaska.de, eine Art Sozial-Thriller über die junge Sabine, die zu ihrem Vater zieht, in die ihr (und uns?) bisher unbekannte Welt der ostdeutschen Plattenbauten. Und noch einen Debütfilm haben wir im Programm: Maren Ade legt mit Der Wald vor lauter Bäumen eine beklemmende Studie über den schwierigen Alltag einer jungen Lehramts-Kandidatin in der Fremde vor – Karlsruhe kann sehr kalt sein...!

Text: Alexander Sancho-Rauschel

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